Und keine Macht der Partei! - Dresdner Anarchismus in Weimarer Republik und NS

Vortrag eine Veranstaltung des “Interessenkreis Dokumentation” im Libertären Netzwerk FdA IFA

Während nach der verlorenen Räterevolution 1919 staatsbefürwortende Parteien wie KPD und SPD um Einfluss unter der Arbeiterbewegung rangen, vergrößerte sich auch die anarchistische Bewegung in Dresden und Umgebung. Während der Weimarer Republik entstanden so ca. 40 anarchistische Gruppen in der Region und eine Vielzahl lokaler und reichsweiter Medien wurden gegründet. Es kam zu Großveranstaltungen, Demonstrationen und Streiks, aber auch immer wieder zu Hausdurchsuchungen und Verboten. Ab Mitte der 1920er sanken die Mitgliederzahlen und die Organisationen stellten sich auf einen längeren Kampf bis zur Möglichkeit einer sozialen Revolution ein. Als 1933 der Faschismus schließlich an die Macht gelangte, blieben viele Aktivist_innen weiter im Untergrund aktiv und bezahlten dafür meist mit langjährigen Haftstrafen oder dem Tod. Der „Interessenkreis Dokumentation“ (Libertäres Netzwerk FdA IFA) gibt mit dieser Veranstaltung einen ersten Überblick über seine zweijährige Recherchearbeit und stellt Gruppen, Ereignisse und Einzelpersonen vor.

Referent: Wolf Meyer, Mitglied in der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen und der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union. Zum besseren Verständnis des Vortrags ist ein grober Überblick über die maßgeblichen Ereignisse der Weimarer Republik empfohlen, jedoch nicht zwingend notwendig.