Yo Decido - Ich habe mehr als Bauchschmerzen

Ausstellung

Die Fotos wurden als Soligruß an feministische Zusammenhänge in Spanien gesendet und werden auch dort veröffentlicht. In Spanien soll die freie Entscheidung für eine Abtreibung abgeschafft werden. Die erst 2010 dort eingeführte Fristenregelung wird damit Geschichte. Das neue sogenannte “Gesetz zum Schutz des empfangenen Lebens und der Rechte der schwangeren Frau” wird Schwangerschaftsabbruch generell unter Strafe stellen. Eine Abtreibung wird daher künftig nur bei “Gefahr für physische und psychische Gesundheit der Frau” sowie nach einem “Delikt gegen die sexuelle Freiheit und Integrität” - sprich nach einer Vergewaltigung - möglich sein. Das neueGesetz wirft spanische Feminist_innen und Abtreibungsbefürworter_innen um mehr als 30 Jahre zurück. Den Schwangeren wird das Recht über sich zu entscheiden genommen.

80 % der Spanier_innen sind gegen die Modifizierung des neuen Abtreibungsgesetzes. Daher kam es sofort zu Massendemonstrationen innerhalb und außerhalb Spaniens. Mobilisierungen wie “El tren de la libertad” versammelten tausende Menschen auf der ganzen Welt. Bereits nach Bekanntwerden der Pläne zur Modifizierung des Abtreibungsgesetzes fanden die ersten Mobilisierungen in Spanien, aber auch in Städten wie Paris oder Berlin statt. Im Januar kamen Edinburgh, London und einige französische Städte hinzu.

In Spanien begannen Mobilisierungen zunächst auf lokaler Ebene, wie im Fall von “El tren de la libertad”. Eine Gruppe von Feminist_innen in Asturias entschied, der Regierung persönlich einen Text mit dem Titel “Weil ich entscheide” zu überreichen und lud zur Zugreise nach Madrid ein. Die Reaktion war massiv - nicht nur in Spanien und rief Solidaritätsbekundungen und -züge in Brüssel, London, Brighton, Paris, Ecuador, Mexiko und Argentinien hervor. Die zweite Mobilisierung, “Aborto Libre”, kommt von der Coordinadora Feminista, die von Anfang an über verschiedene Aufrufe informierte. Am 8. Februar gingen erneut tausende Menschen in Madrid, Barcelona, Portugal, Irland, Frankreich, Deutschland, Island und Großbritannien auf die Straße; am 14. Februar ebenso, diesmal im Rahmen des Events “One Billion Rising for Justice”. Auch in Dresden wurde von e*vibes am 1. Februar für ein Solifotoshooting mobilisiert.

Am 8. März, dem Internationalen Frauenkampftag, waren wieder Tausende auf den Straßen und hier in Dresden entstanden die Fotos für die Ausstellung. Esta ley no pasará! Dieses Gesetz wird nicht durchkommen! Keine Kriminalisierung von Abtreibungen!

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