Antiziganismus und Schuldabwehr

Vortrag von Hannah Eitel

“Wir müssen noch erhobenen Hauptes durch die Stadt gehen können.” Mit dieser Begrün­dung wandte sich Klaus Landowsky von der Berliner CDU vor Jahren gegen ein Denkmal für die im Na­tionalsozialismus verfolgten und ermordeten Sintezze und Romnija. Solche Aussagen sind aus der deutschen Beschäfti­gung mit der Shoah nur allzu bekannt und werden auf die Abwehr der Schuld an der Judenvernich­tung zurückgeführt. Für einen “Schuld­abwehr-Antiziganismus” scheint jedoch das entscheidende zu fehlen: das Schuldgefühl. Hinzu kommt die Unterschiedlichkeit von Antisemitismus und Antiziganismus. Anhand von analysierten online-Kommentaren fragt dieser Vortrag nach einem “Funktionswandel im Sinne der Abwehr” (Lars Rensmann) bezogen auf den Porrajmos. Dabei zeigen sich sowohl verschiedene Strategien der Schuldabwehr als auch Zusammenhang und Unterschiede von Antisemitismus und Antiziganismus nach Auschwitz.