PEGIDA – Komplize und Konkurrent der gesellschaftlichen Mitte

Vortrag von Felix Riedel (nichtidentisches.de) eine Veranstaltung des Referat politische Bildung am Stura (TUD)

In den letzten Jahrzehnten kam es immer wieder zu Neugründungen und spontanen kleineren Bewegungen, die meist nach kurzer Zeit wieder zerfielen. Auffällig ist die neuere Wendung zum Extremismus der Mitte. Vorgeblich werden westliche Werte wie Wahlrecht, Frauenrechte und Religionsfreiheit gegen Bedrohungen von außen verteidigt. Die zentralen Ideologeme sind dabei der Politik der Mehrheitsparteien gar nicht unähnlich. Der autoritäre Charakter von PEGIDA lässt sich demnach nur dialektisch darstellen, als Teil der Psychologie des bürgerlichen Liberalismus. PEGIDA erhält die Funktion des autoritären Lückenfüllers inmitten eines kompletten Vakuums von Politik und Ideologiebildung gegen den Islamismus. Ermuntert wird das autoritäre Strafbedürfnis am Schweigen über die mörderische Flüchtlingspolitik. Erst eingedenk der Realprobleme, die instrumentalisiert und ausgebeutet werden, lässt sich der Erfolg der neuen Rechten in seiner pathologischen Montage aus Kreuzzüglerstimmung, Verschwörungstheorien, Ufologie, Ariosophie, Verehrung von Autokraten wie Putin oder Ghaddafi, Abstiegsängsten und Sexualneid analysieren.