Keine halben Sachen sondern ganze Tiere - Zur Konstruktion hegemonialer Männlichkeit durch Fleischkonsum

Vortrag von Dipl.-Soz. Julia Gutjahr, Group for Society & Animals Studies (Universität Hamburg) im Rahmen der Veranstaltungsreihe BITE BACK! der Tierbefreiung Dresden

Essen ist (trotz seiner biologischen Notwendigkeit) ein zutiefst kulturelles Phänomen und kann nicht losgelöst von gesellschaftlichen Normen betrachtet werden. Dies gilt ebenso für die soziale Ordnung der Geschlechter und die sie strukturierenden Hierarchien. Insbesondere das Nahrungsmittel Fleisch, mit seinen ihm zugeschriebenen symbolischen Bedeutungen der Macht über Natur und Tiere, spielt eine Rolle bei der Konstruktion von Geschlechtsidentitäten. So gilt zum Beispiel das Essen großer Fleischmengen als männlich, Fleischverzicht hingegen wird mit Weiblichkeit in Verbindung gebracht.

Diese Zusammenhänge von Ernährung, Mensch-Tier-Beziehung und Geschlechterverhältnis sollen in dem Vortrag näher beleuchtet werden. An Hand der Männerkochzeitschrift „BEEF!“ soll unter anderem aufgezeigt werden, auf welche Weise durch Fleisch-Konsum bestimmte Formen von Männlichkeit, in diesem Fall „hegemonialer Männlichkeit“, produziert werden.