100 Jahre Abschiebungshaft

Die Dresdner Abschiebehaftkontaktgruppe stellt sich im Rahmen des monatlichen Tresens gegen Antiromaismus vor.

Ursprünglich genutzt ist sie als staats- und ordnungspolitische Umsetzung des gesellschaftlichen Antisemitismus, vor allem gegen osteuropäische Jüdinnen und Juden, ist die Abschiebungshaft bis heute ein Instrument zur Abschreckung von Migrant*innen in der Bundesrepublik.

Seit Ende 2018 werden in Dresden erneut Menschen allein zum Zweck der Vorbereitung beziehungsweise Durchführung ihrer Abschiebung inhaftiert. “Aus der Erfahrung der einstigen Dresdner Abschiebehaftkontaktgruppe sowie aus nationalen und internationalen Studien wissen wir, dass Abschiebungshaft die Würde der betroffenen Menschen verletzt, sie psychisch und physisch krank macht. Deshalb haben wir uns aus verschiedenen Initiativen und als Einzelpersonen zu einer neuen Abschiebehaftkontaktgrupppe Dresden zusammengeschlossen, um den inhaftierten Menschen Beistand, Beratung und Unterstützung anzubieten. Wir wollen ihre erzwungene Isolation aufbrechen, ihnen zuhören und für sie zum Sprachrohr werden, dort, wo ihre Rechtsansprüche, Interessen, Bedürfnisse und Sorgen kein Gehör finden.”

So schreibt es die Dresdner Abschiebehaftkontaktgruppe in ihrem Selbstverständnis. Häufig von Abschiebungen betroffen sind auch Roma aus den Westbalkan-Staaten. Deshalb informiert uns die Abschiebehaftkontaktgruppe über das neue sächsische Abschiebungshaftvollzugsgesetz vom 28.06.2018 und dessen konkrete Umsetzung in Dresden. Ihr werdet auch etwas über Erfahrungen aus dem ersten halben Jahr Beratungspraxis und über Möglichkeiten der Unterstützung der Inhaftierten erfahren.