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Rojavas (Nord-Syrien) Projekt der demokratischen Autonomie

Do, 18.12.2014, 20:00 Uhr

Vortrag und Diskussion von und mit Tatort Kurdistan, eine Veranstaltung der Gruppe "Außer Kontrolle"

Seit Wochen wird in Dresden gegen eine vermeintliche Islamisierung des Abendlandes demonstriert. Die Teilnehmer*innen äußern sich rassistisch und islamfeindlich (islamophob). Zusätzlich prangt auf dem Frontbanner der selbsternannten Bürger*innenbewegung ein großer Mülleimer in dem die Symbole der Antifaschistischen Bewegung, der PKK, des "IS" und der Nationalsozialisten "entsorgt" werden. Offen werden die PKK und die Antifaschistische Bewegung als "radikaler Müll" diffamiert und mit der menschenverachtenden Ideologie des "IS" und dem Nationalsozialismus gleichgesetzt. Solche Vergleiche entbehren jeglicher Grundlage und sind historisch als äußerst kritisch zu betrachten. Die Dresdner "PEGIDA" setzt die Verteidigung durch die demokratischen Kräfte in Kurdistan und den Angriff des "IS" gleich und stellt den Nahen Osten als einen einheitlichen, "barbarischen" Raum dar. Mit ihren Vergleichen stellen sie sich auf eine Stufe mit dem türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan und unterstützt indirekt den "IS".

Einige Frage stellen sich also:

Zu Gast ist Xelili von Netzwerk Tatort Kurdistan. Zusammen mit einer Gruppe von vier weiteren Menschen waren sie zu Besuch im östlichsten Kanton Rojavas – Cizîrê. Organisiert wurde die Delegationsreise von der lokalen Jugendbewegung. Der Abend wird Einblicke in die Abläufe des Aufbauprozesses der demokratischen Autonomie geben und aufzeigen wie die Organisierung aktuell funktioniert.

Weitere Informationen: ausführlicher Einladungstext mit Quellen und Hinweisen, zwei Hörempfehlungen

Verschwendung ist ein scharfes Schwert

Sa, 20.12.2014, 13:00 Uhr

Workshop mit dem Club der Verschwender_innen

Verschwendung ist ein scharfes Schwert. Die Entwicklung von Schusswaffen hat die Schwertkunst überflüssig gemacht, wie bereits Adorno und Heidegger bedauernd feststellten. Doch der Club der Verschwender_innen steht auf überflüssig! Wir fließen über vor Ideen, Motivation und Begehren die Welt schöner zu machen – für uns, für Euch, für Alle*s. Die schönen Ideen für sich zu behalten aber ist so langweilig wie privatistisch. Niemals hätte die Schwertkunst ohne den kollektiven Austausch im tödlichen Spiele eine Blüte erlebt. Blühen soll das Leben, also müssen wir uns zusammentun um uns an unserer Kunst zu unterscheiden und sie zur Blüte zu treiben. In einem Workshop – wieder.

Die Wiederholung wird eine andere sein, sie wird eine Wiederholung sein, die wieder ein Manifest der Verschwendung zum Ziel haben wird, wieder wird etwas entstehen, dass wie kein Zweites sein kann. Dabei öffnen wir Räume: Neben Worten, Strickmustern, Spielen, Denkbewegungen, Performances, Origami und Atmen kann Musik einen Ausdruck von Verschwendung geben. Ja, Musik. Vorsicht: Wir haben keine Plattenspieler, lieben aber Thomas Meinecke (auch ohne etwas von ihm gelesen zu haben). Damit geht an Dich hiermit die herzliche Einladung Dich zu verschwenden. Greif ein mit Beiträgen von etwa Minuten – der Club der Verschwender_innen wird Infrastruktur, Rahmen, Schnittchen und Sekt zur Verfügung stellen. Bitte um Rückmeldung bis zum 18.12. an den Club-der-Verschwender_innen (ät) gmx (punkt) de.

Spoken Word @ cafém

So, 21.12.2014, 17:00 Uhr

Workshop mit Katinka Kraft, im Rahmen des monatlichen cafém (14:00-20:00 Uhr), mit begrenzter Teilnehmer_innenzahl und Voranmeldung

Dieses cafém bieten nicht nur Altbekanntes, sondern auch einen Spoken Word Workshop:

Wolltest du schon immer mal deine Geschichten, Liedtexte, Gedichte oder andere Wortsammlungen auf Papier bringen? In diesem Spoken-Word-Workshop hast du genau dazu die Möglichkeit, mit Worten zu spielen und deine eigenen Geschichten zu finden. Anhand einer Vielzahl kreativer Methoden und Techniken wirst du zum Schreiben ermutigt und inspiriert. Auch wenn du noch nie etwas geschrieben hast – die Lust auf die Worte zählt.

Bitte meldet euch, aufgrund der begrenzten Teilnehmer_innenzahlen per Mail oder FB-PM an

Wie immer - vorher und nachher Café. Leseecke. Lesekreise. Diskussionen etc

Über Wiesen

So, 21.12.2014, 20:00 Uhr

Film & Diskussion in Anwesenheit einiger Film-Macher_innen, ein Film der AG Geschichte im Treibhaus Döbeln & Freund_innen, eine Veranstaltung von gruppe polar, im Rahmen der Reihe In die Kommunismus?

Diejenigen, die nicht teilnahmen und von der Mehrheit als unverantwortlich bezeichnet wurden, waren die einzigen, die es wagten, selber zu urteilen.

"über wiesen" beschäftigt sich mit der Bedeutung nationalsozialistischer TäterInnenschaft in der Gegenwart. Was fand damals in der Kleinstadt Döbeln statt? Was zeugt heute von der Tat? Was ist Schuld und Entschuldung? Was meint sozialistische Entnazifizierung in einer post-nationalsozialistischen Gesellschaft? Szenisches Spiel analysiert die Strukturen der Shoah und diskutiert Überlegungen der Philosophin Hannah Arendt.

mehr Infos bei Gruppe Polar

10 Jahre Mord an Oury Jalloh

Mo, 07.01.2015, 10:15 Uhr

Gedenkdemonstration

Wir mobilisieren zur Gedenkdemonstration am 10. Todestag. Demonstriert mit uns gemeinsam! Oury Jalloh? Das war Mord! Die Demonstration beginnt um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof Dessau. Treffpunkt zur Anreise aus Dresden ist am Bahnhof Neustadt um 10:15 Uhr. Mehr Infos bei der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh.

Zweites Antifaschistisches Soli-Skatturnier

Sa, 13.12.2014, 17:00 Uhr

Turnier, von kosmotique & card playing friends

Zum zweiten Antifaschistischen Soli-Skatturnier sind wieder alle Freund_innen des gepflegten Kartenspiels herzlich, auch ohne Voranmeldung, willkommen. Das Startgeld beträgt 5-10 Euro. Wer den ersten Platz belegt, darf sich aussuchen, an welches antifaschistische Projekt das eingenommene Geld fließen soll. Ansonsten gibt es ein bisschen Musik, etwas kleines zu essen und eine Menge Spaß.

7F. Sieben Künstler_innen, sieben Themen

ab Sa, 01.11.2014

Fotoausstellung von siebenfotos

Die sieben Hobbyfotograf_innen von Siebenfotos stellen sich jede Woche einem selbstgewählten Thema und veröffentlichen täglich eine fotografische Interpretation dazu auf ihrem Blog.

Die Themen für die Jahresausstellung konnten im Vorfeld vorgeschlagen werden. Die Künstler_innen haben daraus gewählt und sieben Serien exklusiv vorbereitet.

Die Ausstellung beginnt mit einer Vernissage am Sa, dem 01.11.2014, 20:00 Uhr und kann an jedem Mittwoch ab 20:00 Uhr sowie zu Veranstaltungen besichtigt werden.

10 Jahre Mord an Oury Jalloh - ein kollektives Verbrechen staatlicher Organe in der BRD

So, 07.12.2014, 20:00 Uhr

Informationsveranstaltung mit Aktivist_innen der Initiative Oury Jalloh, eine Veranstaltung von kosmotique, KOP Dresden und RM16

Vor 10 Jahren schockierte der Feuertod von Oury Jalloh, an Händen und Füßen an einer feuerfesten Matratze in einer Polizeizelle angekettet, die deutsche und internationale Öffentlichkeit. Nur durch das beharrliche Nachbohren einer kritischen Öffentlichkeit und der "Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V." wurden die zahlreichen Vertuschungsversuche der beteiligten Behörden sichtbar gemacht.

Die Initiative gab nach erfolgreicher Spendenkampagne ein Gutachten in Auftrag, das nachweist, dass nur mithilfe von Brandbeschleunigern derart tödliche Brandverletzungen hervorgerufen werden können. Nach und nach treten weitere Hintergünde der Ermordung Oury Jallohs zutage, wie in diesem hörenswerten Radiofeature dargelegt wird. Die Initiative empfiehlt, vor der Veranstaltung das Feature zu hören.

Damit stürzt das Lügengebäude, demzufolge sich Oury Jalloh selbst angezündet haben soll und in dem sich Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz seit 10 Jahren verkriechen, endgültig in sich zusammen. Wer trägt Verantwortung für den Mord an Oury Jalloh? Wer hat Interesse an Beweisvernichtung und Justizsabotage? Aktivist_innen der Initiative berichten über den aktuellen Stand ihrer Arbeit, die anhaltende Repression und wollen mit euch auch über Parallelen anhand der Aufarbeitung des NSU-Komplexes diskutieren.

Wir mobilisieren mit dieser Veranstaltung gleichzeitig zur Gedenkdemonstration am 10. Todestag von Oury Jalloh, dem 7. Januar 2015 in Dessau. Demonstriert mit uns gemeinsam gegen dieses Staatsverbrechen! Oury Jalloh – Das war Mord!

ID-withoutcolors

Mi, 03.12.2014, 20:00 Uhr

Dokumentarfilm und Votrag von Biblap (KOP Berlin), eine Veranstaltung der Kampagne Sachsens Demokratie

Auch in Berlin gehört Racial Profiling zur Tagesordnung. Aus aller Welt kommen Menschen in die deutsche Hauptstadt, um die künstlerische und kulturelle Atmosphäre der Stadt zu genießen. "Berlin ist multikulti" ist das Image, das sich die Hauptstadt auf die Fahne geschrieben hat. Die Realität ist komplizierter. Seit 2002 wurden in einer berlinweiten Chronik über 150 Fälle rassistischer Polizeigewalt von der Berliner Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) dokumentiert.

Mit dem Begriff "institutioneller Rassismus" wird eine Form des Rassismus beschrieben, wie sie vor allem in Behörden und Institutionen zum Tragen kommt. Hierzu zählen Praxen wie das "Racial" oder "Ethnic Profiling". Biblap von KOP Berlin wird über diese Form des Rassismus sprechen. "ID–withoutcolors" ist ein Dokumentarfilm über racial profiling in Deutschland (2013, Regie: Riccardo Valsecchi)

Die politische Krise in der Ukraine und die Situation von Anarchist_innen

So, 30.11.2014, 17:00 Uhr

Vortrag von einem Anarchisten aus der Ukraine, eine Veranstaltung von Anarchist Black Cross (ABC) Dresden

Vor einem Jahr begannen soziale und politische Proteste in der Ukraine. Hunderttausende gingen auf die Straßen. Nach mehreren Monaten anhaltenden Protests floh der Präsident aus dem Land und die Opposition übernahm die Macht. Um die 100 Demonstramt_innen wurden in Kiev ermordet. Der Maidan Nesaleschnosti (Der Unabhängigkeitsplatz) wurde das Symbol im Kampf gegen die Regierung. Später begannen im Ostteil der Ukraine pro-russische Menschen sich gegen die Maidan Bewegung zu organisieren. Als Resultat daraus begründeten sich die Volksrepubliken Donez und Lugansk und erklärten ihre Unabhängigkeit von der Kiever Regierung. Separatist_innen unterstützt durch die russische Regierung sind jetzt im Krieg gegen die ukrainische Regierung.

Ein Anarchist aus der Ukraine wird an diesem Abend da sein und über die aktuelle politische Situation im Land reden. Was passierte letzten Winter in Kiev? Was ist der Maidan und wer waren die Menschen die daran beteiligt waren? Was war die Ursache für den Konflikt in der Ostukraine? Was passiert dort gerade und wer beteiligt sich in diesem Konflikt? Wer sind die berühmten Nazis der Ukraine und sind sie wirklich so viele wie einige Medien behaupten?

Der Vortrag wird in Englisch sein. Eine Übersetzung ins Deutsche wird wenn benötigt angeboten.

Rojava, der "IS" und die PEGIDA-Rassist*innen

Fr, 28.11.2014, 19:00 Uhr

Vernetzungstreffen, eine Veranstaltung der Gruppe Außer Kontrolle

Außer Kontrolle lädt zu einem sachsenweiten Vernetzungstreffen zu den Themem Rojava, der "Kurden*innenfrage", dem "Islamischen Staat" und der reaktionäre Volksfront PEGIDA ein. Sie wollen mit Euch über das "Wie" der Solidarität mit Rojava und dem Umgang mit PEGIDA diskutieren und Strategien entwickeln.

Ausführlicher Einladungstext zur Veranstaltung

Antiziganismus und Schuldabwehr

Mi, 26.11.2014, 19:30 Uhr

Vortrag von Hannah Eitel, Moderation Danilo Starosta (Kulturbüro Sachsen, Dresden)

"Wir müssen noch erhobenen Hauptes durch die Stadt gehen können." Mit dieser Begrün­dung wandte sich Klaus Landowsky von der Berliner CDU vor Jahren gegen ein Denkmal für die im Na­tionalsozialismus verfolgten und ermordeten Sintezze und Romnija. Solche Aussagen sind aus der deutschen Beschäfti­gung mit der Shoah nur allzu bekannt und werden auf die Abwehr der Schuld an der Judenvernich­tung zurückgeführt. Für einen "Schuld­abwehr-Antiziganismus" scheint jedoch das entscheidende zu fehlen: das Schuldgefühl. Hinzu kommt die Unterschiedlichkeit von Antisemitismus und Antiziganismus. Anhand von analysierten online-Kommentaren fragt dieser Vortrag nach einem "Funktionswandel im Sinne der Abwehr" (Lars Rensmann) bezogen auf den Porrajmos. Dabei zeigen sich sowohl verschiedene Strategien der Schuldabwehr als auch Zusammenhang und Unterschiede von Antisemitismus und Antiziganismus nach Auschwitz.

Verschwendung ist ein scharfes Schwert

Sa, 22.11.2014, 13:00 Uhr

Workshop mit dem Club der Verschwender_innen

Verschwendung ist ein scharfes Schwert. Die Entwicklung von Schusswaffen hat die Schwertkunst überflüssig gemacht, wie bereits Adorno und Heidegger bedauernd feststellten. Doch der Club der Verschwender_innen steht auf überflüssig! Wir fließen über vor Ideen, Motivation und Begehren die Welt schöner zu machen – für uns, für Euch, für Alle*s. Die schönen Ideen für sich zu behalten aber ist so langweilig wie privatistisch. Niemals hätte die Schwertkunst ohne den kollektiven Austausch im tödlichen Spiele eine Blüte erlebt. Blühen soll das Leben, also müssen wir uns zusammentun um uns an unserer Kunst zu unterscheiden und sie zur Blüte zu treiben. In einem Workshop – wieder.

Die Wiederholung wird eine andere sein, sie wird eine Wiederholung sein, die wieder ein Manifest der Verschwendung zum Ziel haben wird, wieder wird etwas entstehen, dass wie kein Zweites sein kann. Dabei öffnen wir Räume: Neben Worten, Strickmustern, Spielen, Denkbewegungen, Performances, Origami und Atmen kann Musik einen Ausdruck von Verschwendung geben. Ja, Musik. Vorsicht: Wir haben keine Plattenspieler, lieben aber Thomas Meinecke (auch ohne etwas von ihm gelesen zu haben). Damit geht an Dich hiermit die herzliche Einladung Dich zu verschwenden. Greif ein mit Beiträgen bis zu 20 Minuten – der Club der Verschwender_innen wird Infrastruktur, Rahmen, Schnittchen und Sekt zur Verfügung stellen. Bitte um Rückmeldung bis zum 20.11. an den Club-der-Verschwender_innen (ät) gmx (punkt) de.

"From Manolada to Dhaka … Workers united shall win!"

Mi, 19.11.2014, 20:00 Uhr

Vortrag von Mathias Verheyen, eine Veranstaltung der gruppe polar, ein Bericht zur Arbeit beim Griechischen Flüchtlingsrat in Athen

Der griechische Flüchtlingsrat ist als UN-assoziierte NGO eine der wichtigsten Organisationen, die sich für die Belange von Geflüchteten gegenüber dem griechischen Staat, der konservativen griechischen Regierung unter Andonis Samaras (Nea Demokratia) und der Europäischen Union einsetzt. Eine der Hauptaufgaben des Flüchtlingsrates ist es, die griechische Gesetzgebung und Migrationspolitik bezüglich ihrer Konformität mit europäischem und internationalem Recht sowie die Einhaltung humanitärer Standards zu kontrollieren. Hierfür arbeitet der Flüchtlingsrat eng mit dem Europäischen Flüchtlingsrat und verschiedenen NGOs in Europa zusammen.

Die zweite wesentliche Kompetenz des Flüchtlingsrates besteht darin, Asylsuchende auf rechtlicher und sozialer Ebene zu unterstützen, sei es durch kostenlosen Rechtsbeistand, Vermittlung an Sozialarbeiter_innen und Psycholog_innen oder kostenlose Sprachkursangebote.

Mathias Verheyen wird von seiner Zeit beim Griechischen Flüchtlingsrat in Athen und über seine Eindrücke bezüglich der Situation von Geflüchteten berichten.

Kalungas Kind. Wie die DDR mein Leben rettete

So, 16.11.2014, 17:00 Uhr

Lesung mit Stefanie Lahya Aukongo, im Rahmen des monatlichen cafém (14:00-20:00 Uhr)

Bereits im Mai war Stefanie Lahya Aukongo beim cafèm und stellte sich sowie Audre Lorde und May Ayim durch Kurzbiographien und Gedichten vor. Nun wird sie aus ihrer Autobiographie "Kalungas Kind" lesen.

Stefanie-Lahya Aukongos unglaubliche Reise ins Leben: Im Mai 1978 vernichten südafrikanische Bomber das Flüchtlingslager Cassinga in Südangola, mehr als 600 Menschen sterben. Stefanie überlebt das Massaker von Cassinga im Mutterleib. Ihre angeschossene Mutter wird nach Tagen gefunden und per Ochsenkarren über hunderte von Kilometern in die angolanische Hauptstadt Luanda gebracht. Unter unzähligen Verletzten wird sie ausgewählt, eine von 20 jungen Menschen zu sein, die im Zuge einer "Solidaritätsaktion" für die medizinische Behandlung in die DDR ausgeflogen werden. Erst einige Wochen nach Stefanies Geburt stellt sich heraus, dass auch Stefanie durch die Schüsse verletzt wurde: Das Baby ist u.a. halbseitig gelähmt. Mit Hilfe des staatlichen "Solidaritätskomitees" ist die Ost-Berliner Familie Schmieder bereit, das behinderte Kind aufzunehmen und zu pflegen. ... mehr zum Buch

Über die Autorin: Stefanie-Lahya Aukongo ist eine Autorin, Poetin, Fotografin, Aktivistin und Sängerin. Zu viel für ein kurzes Leben? Ganz klar: nein. Sie arbeitet als Freiberuflerin in den Bereichen NGO-Beratung und interkulturelle Kompetenz. 2009 erschien ihr autobiografisches Buch "Kalungas Kind" im Rowohlt Verlag. Sie engagiert sich für den Panafrikanismus, indem sie schreibt, fotografiert, singt und diskutiert über das, was sie bewegt, empört und inspiriert. Während ihrer Afrikareisen hat sie sich des afrikanischen Lebens angenommen, lernte ihre leiblichen Eltern kennen und folgte ihren Spuren als Owambo.

Wie immer - vorher und nachher Café. Leseecke. Lesekreise. Diskussionen etc

Handlungsstrategien im Umgang mit "Antifeminismus"

Fr, 14.11.2014, 14:00-17:30 Uhr

Workshop mit Karin Luttmann, Leiterin und Bildungsreferentin der Landesstelle für Frauenbildung und Projektberatung in Sachsen, eine Veranstaltung des Referat Gleichstellungspolitik des StuRa der TUD, im Rahmen der Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie

Einführend werden Informationen zu den aktuellen Entwicklungen bei Inhalten, Akteuren und Strategien des familien- und geschlechterpolitischen Neokonservativismus in Deutschland vorgestellt. Es ist kein Vorwissen notwendig, zu Beginn werden ggf. auch alle grundlegenden Fragen geklärt werden.

Darauf aufbauend sollen gemeinsam mit den Teilnehmenden auf den für sie relevanten Ebenen individuelle, zivilgesellschaftliche, politische Handlungsoptionen und Strategien gemeinsam erarbeitet und weiterentwickelt werden.

Alle kriminell. Das Dresdner 129-Verfahren und die Entwicklung des sächsischen Versammlungsrechts

Mi, 12.11.2014, 20:00 Uhr

Vortrag und Diskussion mit Vertretern der Kampagne Sachsens Demokratie

Das breite Engagement "gegen Rechts" gegen die Aufmärsche der Neonazis am 13. bzw. 19.02.2011 wurde seitens der sächsischen Behörden von Anfang an auf verschiedene Weise kriminalisiert. Unter anderem wurde ein Verfahren wegen "Bildung einer kriminellen Vereinigung" (§129 StGB) gegen mehr als 40 Personen eröffnet. Dieses Verfahren gewährt der Polizei beinahe grenzenlose Ermittlungsbefugnisse, ohne dass den Beschuldigten eine Beteiligung an konkreten Straftaten nachgewiesen werden muss.

Neben der Überwachung der Beschuldigten dürfen die Behörden auch Kontakte über mehrere Ecken überwachen, das heißt Personen, die die Beschuldigten überhaupt nicht kennen müssen. So ist es möglich mit Hilfe dieses Paragraphen ganze Bewegungen zu überwachen. Das Verfahren läuft seit mittlerweile 4 Jahren.

Die sogenannte sächsische Demokratie steht für eine autoritäre Politik mit der Extremismustheorie als Staatsideologie. 25 Jahre CDU-Regierung bedingen ein konservatives und ordnungspolitisches Politikverständnis in Sachsen. Justiz und Ermittlungsbehörden arbeiten Hand in Hand wenn es darum geht, Kritiker_innen einzuschüchtern und mundtot zu machen. Insbesondere die Verwässerung der Gewaltenteilung wirft die Frage auf, inwiefern es sich bei der "Sächsischen Demokratie" um eine autoritäre Form der Demokratie handelt.

Laurence anyways

So, 26.10.2014, 17:00 Uhr

Film und Café, im Rahmen des monatlichen cafém (14:00-20:00 Uhr)

Laurence (Melvil Poupaud) und seine Freundin Fred (Suzanne Clément) sind seit zwei Jahren ein Paar, lieben sich bedingungslos und genießen ihr gemeinsames Leben. Bis Laurence sich eingestehen muss, dass er sich im falschen Körper gefangen fühlt und lieber als Frau leben möchte. Als er sich Fred offenbart, ändert das alles. Oder vielleicht nicht? Denn Laurences Gefühle für Fred sind immer noch dieselben. Auch Fred liebt Laurence weiterhin, weiß aber nicht, wie sie damit umgehen soll. Gemeinsam kämpfen sie, gegen alle Widerstände, gegen die Vorurteile der anderen und gegen die eigenen Zweifel. Sie verletzten sich gegenseitig, sie wissen nicht weiter, können nicht mit- und nicht ohneeinander.

Wie immer - vorher und nachher Café. Leseecke. Lesekreise. Diskussionen etc

Work

Mi, 22.10.2014, 20:00 Uhr

Buchvorstellung und Lesung mit Hanna Poddig vom Übersetzungskollektiv für CrimethInc-Texte, eine Veranstaltung der URA Dresden

Warum müssen wir, trotz all des technischem Fortschritts, mehr arbeiten als je zuvor? Wie kommt es, dass je härter wir arbeiten, wir letztendlich im Vergleich zu unseren Bossen umso ärmer werden? Warum konzentrieren sich die Leute einzig darauf, ihre Jobs zu retten, wenn die Wirtschaft zusammenbricht – obwohl eigentlich von vornherein keine_r die Arbeit mag? Kann der Kapitalismus ein weiteres Jahrhundert der Krisen überstehen?

Übersetzt von einer Crew rund um den anarchistischen Mailorder black mosquito ist das Buch "Work" nun auch auf deutsch erschienen. Ursprünglich wurde es vom CrimethInc Ex-Workers-Collective in den USA herausgegeben. Hanna Poddig vom CrimethInc Übersetungskollektiv stellt das Buch vor, liest aus der deutschen Übersetzung. Anschließend gibt es Gelegenheit zur Diskussion.

Caféte beim Cafém

So, 21.09.2014, 14:00-20:00 Uhr

Cafém special edition mit L_Sa (Dresden), ari (Berlin) und mo leen (Berlin), eine Veranstaltung von e*vibes/cafém

Cafém und e*vibes feiern: drei Jahre emanzipatorische Praxis und ein Jahr mit Vorträgen, Workshops, Audios und Videos, Brunch, Beisammensein, Lesen und Diskussionen in jedem Monat am dritten Sonntag - in der kosmotique.

L_Sa (FemaleVocalist/Deep-/Techhouse/Elektro) wird zu Torte und Luftschlangen auflegen, im Hinterraum können mitgebrachte Kleidungsstücke getauscht oder mit Farbe und Stencils verschönert werden und ab 16:00 Uhr gibt es Konzerte mit ari (female fronted one-man-band) und mo leen (singer/songwriter).

Erstes Antifaschistisches Soli-Skatturnier

Sa, 20.09.2014, 15:00 Uhr

Turnier, von kosmotique & card playing friends

Zum ersten Antifaschistischen Soli-Skatturnier sind alle Freund_innen des gepflegten Kartenspiels herzlich, auch ohne Voranmeldung, willkommen. Das Startgeld beträgt 10 Euro. Wer den ersten Platz belegt, darf sich aussuchen, an welches antifaschistische Projekt das eingenommene Geld fließen soll. Ansonsten gibt es ein bisschen Musik, etwas kleines zu essen und eine Menge Spaß.

Gemeinsamer Abend um Briefe an Gefangene zu schreiben

Do, 28.08.2014, 19:00 Uhr

Solidaritätsveranstaltung von ABC-Dresden, im Rahmen der "International Week of Solidarity with Anarchist Prisoners"

Überall in der Welt gibt es viele Menschen, die vom Staat inhaftiert werden für ihre politischen Kämpfe. Sie werden als Feinde der Gesellschaft stigmatisiert und in Zellen verschlossen, wo sie alleine oder mit anderen Menschen mit dem selben Label ihre Zeit verbringen müssen. Während diese Menschen ihre Zeit im Gefängnis verbringen, führen wir unser Leben fort, als wäre nichts passiert - auch wenn wir vielleicht unsere Träume mit ihnen teilen und die selben Ziele anstreben. Der Fakt, dass sie vom repressiven System eingesperrt wurden, sollte die Solidarität innerhalb unserer politischen Bewegung aber nicht zerstören.

Menschen im Gefängnis brauchen Unterstützung, denn täglich und stündlich haben sie mit den Autoritäten zu kämpfen. Verschiedene ABC-Gruppen mobilisierten 2013 erstmals zu einer internationalen Soliwoche mit anarchistischen Gefangenen. In diesem Rahmen wird ABC Dresden an diesem Abend die Gelegenheit geben, die verschiedenen Geschichten von Anarchist_innen zu hören, die unterschiedlich lange im Gefängnis sitzen. Es werden Briefe/Karten geschreiben, um Menschen überall in der Welt zu unterstützen, um sie wissen zu lassen, dass sie nicht alleine sind und nicht vergessen wurden.

Wenn ihr eine bestimmte Person gerne mit ihrer Geschichte vorstellen wollt, dann bringt diese einfach mit.

Entstehung und Entwicklung der Alternative für Deutschland

Do, 07.08.2014, 19:00 Uhr

Vortrag und Diskussion von Andreas Kemper, eine Veranstaltung der Kampagne Veto! Gegen jeden Rassismus

Die Alternative für Deutschland hat scheinbar aus dem Nichts fast den Sprung in den Bundestag geschafft. Nicht nur ins Europaparlament kann sie am 25. Mai 2014 Abgeordnete entsenden, sondern auch bei Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen im Sommer 2014 würde die AfD nach den Hochrechnungen der letzten Monate einziehen. In Sachsen stellt sich die AfD konkret als "Familienpartei" dar - wobei man heute wieder sagen dürfe, dass Familienpolitik Bevölkerungspolitik sei, so Frauke Petry, Sprecherin der AfD.

Neben einer Darstellung der Daten und Forderungen der Partei wird der Soziologe Andreas Kemper auf die maßgebenden Gruppen und Einzelpersonen in den aufeinander folgenden Entstehungsphasen der AfD der letzten zehn Jahre eingehen. Dabei werden auch aktuelle Auseinandersetzungen thematisiert.

Nach dem Vortrag wird ausreichend Zeit für Nachfragen und kontroverse Diskussionen sein.

Biographische Notiz: Andreas Kemper veröffentlichte neben dem Buch zur AfD "Rechte Euro-Rebellion" eine Einführung in das Thema Klassismus (zusammen mit H. Weinbach), sowie kritische Bücher zum organisierten Antifeminismus/ Maskulismus. Anfang März 2014 erschienen seine Publikation "Sarrazins Correctness. Zur Tradition der Menschen- und Bevölkerungskorrekturen" und eine Expertise zur Geschlechterpolitik der AfD ("Keimzelle der Nation?", Friedrich-Ebert-Stiftung). Andreas Kemper promoviert in Münster zum Thema Klassismus.

Black Wok in Calais 2014

Mi, 06.08.2014, 20:00 Uhr

Vortrag und Infoveranstaltung von und mit dem Küfakollektiv Black Wok

In der französischen Stadt Calais, am Ärmelkanal, halten sich seit einigen Jahren eine dreistellige Zahl von "Sans Papiers" (Menschen ohne gültigen Pass) auf. Sie versuchen meist nach England zu gelangen, wo sie auf bessere Lebensbedingungen hoffen, als die, vor denen sie aus ihren Heimatländern geflohen sind. Die englische und die französische Regierung bezeichnen diese Bewegung als "illegal" und schaffen es nicht, sie unter Kontrolle zu bringen. Die Migrant_innen versuchen mit LKWs auf die Fähre oder in den Zug, der durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal fährt, zu gelangen. Doch die Grenze zwischen Frankreich und England ist extrem streng bewacht. Die meisten von ihnen werden von der Polizei entdeckt, vor allem bei den verschiedenen Kontrollposten, wo geprüft wird, ob sich jemand im Inneren eines Laderaums versteckt. Deshalb halten sich viele der Migrant_innen monatelang in Calais auf, leben dort unter härtesten Bedingungen und lassen sich jede Nacht auf's Neue auf dieses riskante Unterfangen ein.

Aktuell wird die Situation in Calais zunehmend angespannter. Nach Angaben der Lokalpresse waren letzten Winter noch ca. 500 Menschen auf den Straßen von Calais, jetzt sind es in Calais und Umgebung rund 1.200. Die steigende Zahl von Geflüchteten, die zunehmende Repression und deren auswegslose Situation führt zu immer verzweifelteren Versuchen, den Ärmelkanal zu überqueren um nach England zu gelangen. Allein in der letzten Woche wurden 1.000 Menschen von der Polizei bei diesem Versuch aufgegriffen. Zuletzt wurden die Orte an denen sich die Geflüchteten ein wenig geschützt aufhielten massiv geräumt.

Als Teil eines internationalen Netzwerks verschiedener aktivistischer Gruppen fährt das Küfakollektiv Black Wock vom 21. bis 28. August 2014 nach Frankreich / Calais in das Flüchtlingslager um vor Ort zu kochen. Das Kollektiv sammelt für die Geflüchteten: Kleidung, Hygieneartikel, Schlafsäcke usw. und natürlich auch Geld. Der Vortrag wird zur aktuellen Lage in Calais berichten und die Reise vorstellen. Es können Sachspenden abgegeben werden.

Auf dem Blog von Black Wok gibt es mehr Infos zur Situation in Calais und den Spendenaufruf.

Jüngste soziale Proteste in Spanien und die Teilnahme von Anarchist_innen in diesen

Fr, 25.07.2014, 19:00 Uhr

Informationsveranstaltung von spanischen Aktivist_innen, eine Veranstaltung des a.l.i.a.s.

Eine Gruppe von Aktivist_innen aus Spanien wird über die aktuelle Situation in Spanien sprechen. Der Fokus wird dabei auf den letzten Protesten im Gamonal in Burgos und Can Vies in Barcelona liegen und die Beteiligung von Anarchist_innen in den lokalen Kämpfen.

Die Stadt Burgos im Norden Spaniens war Ort von Massenprotesten und Unruhen im Arbeiter_innenstadtteil Gamonal. Die Unruhen entzündeten sich als Rekonstruktionsarbeiten begannen mit dem Ziel die Hauptstrasse in Gamonal in einen gehobenen Boulevard zu verändern. Die Nachbarschaft stellte sich gegen dieses Bauprojekt wegen der Kosten von 8,5 Mio Euro, der Beseitigung von Fahrspuren, der Verringerung von kostenlosen Parkplätzen und wegen des Baus von Untergrundstellplätzen, welche 19.800€ pro Parkplatz für die Dauer von 40 Jahren Pacht kosten sollen.

Can Vies ist ein besetztes Haus in Barcelona, welches seit 1997 bewohnt wird. Im Mai 2014 entschied der Besitzer des Hauses dieses abzureissen. Als Resultat der Räumung am 26. Mai begannen riots in Barcelona und verteilten sich nach Valencie und Mallorca. Am 30. Mai gab der Besitzer bekannt, dass das Haus nicht zerstört wird.

Solidarität als Widerstand. Die solidarischen Kliniken in Griechenland

Mi, 09.07.2014, 20:00 Uhr

Vortrag mit Nadja Rakowitz, eine Veranstaltung der IPPNW Studis Dresden in Kooperation mit der Gruppe Polar

Dass die Austeritätspolitik in den letzten Jahren das griechische Gesundheitssystem fast zerstört hat und dass die medizinische Versorgung großer Teile der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet ist, dürfte inzwischen bekannt sein - dass sich gegen diese Zustände breiter sozialer Protest regt, vielleicht weniger.

Die Bewegung der solidarischen Kliniken setzt der Austerität und der Unmenschlichkeit dieser Ökonomisierung des Gesundheitswesens die praktische Solidarität entgegen: In den inzwischen über 40 solidarischen Praxen versorgen hunderte von unbezahlten ehrenamtlichen Gesundheitsprofessionellen und anderen in basisdemokratisch organisierten Strukturen alle diejenigen Menschen, die nicht mehr versichert sind oder sich die Versorgung schlicht nicht leisten können.

Zugleich rufen sie aber die PatientInnen und alle Beschäftigten zum Kampf gegen diese – tödliche – Politik auf und leisten gemeinsam Widerstand. Widerstand gegen die aktuelle Politik, aber auch Widerstand gegen die allgemeine Tendenz der Ökonomisierung und Kommerzialisierung der gesamten Gesellschaft. Viele AktivistInnen in den Kliniken sind deshalb auch politisch in linken Parteien organisiert, andere dagegen lehnen parteienförmige Organisierung strikt ab. Alle vereint jedoch die als Widerstand praktizierte Solidarität.

Nadja Rakowitz wird verschiedene solidarische Kliniken vorstellen und erläutern, wie diese organisiert sind, wie sie sich finanzieren, mit welchen Probleme sie zu kämpfen haben und welche politischen Vorstellungen von Solidarität als Widerstand sie vertreten. Nadja Rakowitz ist Medizinsoziologin und Geschäftsführerin des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VDÄÄ).

Das Prinzip Cecosesola

Mi, 25.06.2014, 20:00 Uhr

Vortrag und Diskussion, eine Veranstaltung der FAU Dresden

Das Prinzip Cecosesola - Cecosesola, das ist ein Kooperativenverbund im Westen Venezuelas, welcher bereits seit über 45 Jahren besteht. Untergliedert in 50 Basisorganisationen betreiben die 20.000 Mitglieder_innen große Gemüsemärkte, produzieren Lebensmittel, bieten eine Gesundheitsversorgung und andere Dienstleistungen an. Dabei arbeiten sie ohne Chefs, entscheiden im Konsens und bewältigen Aufgaben im Rotationsverfahren. Ihr Erfolg scheint darin zu liegen, dass sie bereit sind, immer wieder alles in Frage zu stellen ...

Die eigeladenen Referent_innen waren mehrfach in Cecosesola zu Besuch und werden einen Einblick in die Geschichte, die Arbeitsweise, das Zusammenleben und den Alltag in der Kooperative geben. Dabei und danach werden sie sich über Fragen und Diskussionen freuen.

Zur Situation in griechischen Knästen

Do, 19.06.2014, 20:00 Uhr

Vortrag und Diskussion, eine Veranstaltung der Roten Hilfe Dresden

Die Isolation der Gefangenen in Griechenland bekämpfen! Die griechischen Gefängnisse sind Bühne eines politischen Kampfes. Nachdem im Zuge der Memoranden der Troika in Griechenland massive Angriffe von oben gegen die erkämpften sozialen Errungenschaften stattfanden, wird jetzt das griechische Gefängnissystem ins Visier genommen. Es geht um ein eigentliches Memorandum der Knäste.

Politische und soziale Gefangene kämpfen gemeinsam gegen die miesen Haftbedingungen, erst recht gegen die angekündigten Verschärfungen. Schon einmal lancierte die griechische Regierung eine derartigen Versuch, sie scheiterten damals am entschlossenen Widerstand. Sie versuchen es jetzt erneut Isolationstrakte einzuführen, die an die F-Typ-Gefängnisse in der Türkei erinnern. Vor allem sollen politische und widerständige Gefangene isoliert werden.

Die Situation in Griechenland, der Kampf der Bevölkerung wie der Revolutionäre steht in der ersten Reihe des Widerstands gegen den Kapitalismus und seine Krise. Darin sind die Gefangenen an der Spitze der Auseinandersetzungen. Folgerichtig heißt es, den Kampf der Gefangenen zu unterstützen, indem der Kampf der Bevölkerung gegen die Krisenpolitik und für eine fortschrittliche Perspektive unterstützt wird.

Es braucht praktische internationale Solidarität zur Unterstützung des Kampfes gegen das Memorandum der Knäste und für den Klassenkampf. Bei der Veranstaltung wird eine Genossin aus Griechenland zur aktuellen Situation in Griechenland sprechen, außer- wie innerhalb der Knastmauern.

Die Metamorphosen des Kapitals

Mi, 18.06.2014, 20:00 Uhr

Vortrag und Diskussion von und mit Tino Heim, eine Veranstaltung des Buchladen "König Kurt"

Der Buchladen "König Kurt" hat den Sozialwissenschaftler Tino Heim zu Gast, welcher sein neues Buch "Metamorphosen des Kapitals" vorstellen und Entwicklungen der kapitalistischen Ökonomie diskutieren wird. Welche Triebkräfte und Möglichkeitsräume gesellschaftlicher Veränderung verbinden sich mit den Dynamiken des modernen Kapitalismus? Heims Studie zielt auf die Überwindung analytischer Defizite der jüngsten Kapitalismusdebatte. In einer theoriesystematischen Verknüpfung und Weiterentwicklung der Analyseraster von Marx, Foucault und Bourdieu – die auch als Kritik dominanter Rezeptionslinien antritt – werden zentrale kapitalistische Funktionslogiken und Krisendynamiken ebenso analysiert wie historische Transformationen konkreter Modi kapitalistischer Vergesellschaftung.

Kritische Theorie und Rassismus

Mi, 28.05.2014, 19:00 Uhr

Vortrag von und mit e*vibes

Der Rassismusbegriff scheint, nicht zuletzt aufgrund seines inflationären Gebrauchs, zunehmend an Erklärungskraft einzubüßen. Unter dem Label "Rassismus" firmieren die verschiedensten Assoziationen, welche alles andere als eine klare Übereinstimmung der Erkenntnis mit ihrem Gegenstand darbieten. Ist Rassismus eine Erscheinungsform von Fremdenfeindlichkeit – oder umgekehrt? Im Vortrag soll versucht werden, eine differenzierte Reflexion auf den Begriff – gerade in Abgrenzung zu unzureichenden Erklärungsversuchen – zu forcieren.

Tag der deutschen Zukunft

Mo, 26.05.2014, 19:30 Uhr

Vortrag und Diskussion von und mit dem ART Dresden

Am 7. Juni soll der 6. "Tag der deutschen Zukunft" stattfinden. Für ein "Zeichen gegen Überfremdung" mobilisiert die parteiunabhängige Naziszene bundesweit nach Dresden. In Anlehnung an eine untersagte Parole beim Aufmarsch des vergangenen Jahres in Wolfsburg postulieren die Nazis selbstbewusst "Wie geil!".

Das ART sagt: Wir finden dies selbstverständlich überhaupt nicht "Geil!" Aber wir sagen auch: Es ist ein nicht so schlechtes Zeichen.

Was zu dieser Analyse führt, wird Gegenstand des Vortrages sein. Informationen zu den verantwortlichen Protagonisten in der Naziszene werden eingebettet in eine Reise durch die ideologischen Begründungsfragmente verschiedener Nazikampagnen der letzten Jahre. Es wird versucht, eine Antwort zu finden, warum Volkstod und Unsterbliche nun doch wieder bei Überfremdung gelandet sind.

Von weiblichen Opfermythen. Deutsche Frauenbewegungen und Antisemitismus

Mi, 21.05.2014, 19:00 Uhr

Vortrag von Ljiljana Radonic, eine Veranstaltung von e*vibes

Haben Frauen dasselbe Bedürfnis wie Männer, unerlaubte Regungen auf "Sündenböcke" zu projizieren oder sind sie zu aggressivem Verhalten und Antisemitismus gar nicht fähig? Sind Frauen tatsächlich das "friedfertige Geschlecht" wie M. Mitscherlich behauptet?

Jahrzehntelang hat die "neue Frauenbewegung" ein unschuldiges Bild von "der Frau" im NS gezeichnet, was nicht selten zu einer den Holocaust verharmlosenden Argumentation führt(e). Entgegen der Tatsache, dass Frauen als KZ-Aufseherinnen oder Denunziantinnen an der antisemitischen Ausgrenzung und Vernichtung von Jüdinnen und Juden begeistert mitwirkten, werden sie in feministischen Schriften oft auch als auf die Mutterrolle reduzierte "Gebärmaschinen" dargestellt – ein feministischer Fall von Täter(innen)-Opfer-Umkehr.

Ist dem feministischen Opfermythos seine Grundlage entzogen, so lässt sich auf Basis einer kritischen Theorie des Antisemitismus die Frage stellen, ob der Antisemitismus bei Frauen und Männern die gleichen Bedürfnisse befriedigt, oder ob entsprechend der verschiedenen Geschlechterrollen unterschiedliche Inhalte projiziert werden.

Ljiljana Radonic forscht derzeit über den "Zweiten Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen" und ist Lehrbeauftragte am Wiener Institut für Politikwissenschaft.

"Yo Decido"- Ich habe mehr als Bauchschmerzen

Sa, 05.04.2014 bis So, 11.05.2014

Ausstellung, Protest gegen die Rücknahme der Fristenlösung in Spanien - Portraits von feministischen Freund_innen oder Bezugsgruppen, Einzelpersonen, Fangruppen und Sportteams

Die Fotos wurden als Soligruß an feministische Zusammenhänge in Spanien gesendet und werden auch dort veröffentlicht. In Spanien soll die freie Entscheidung für eine Abtreibung abgeschafft werden. Die erst 2010 dort eingeführte Fristenregelung wird damit Geschichte. Das neue sogenannte "Gesetz zum Schutz des empfangenen Lebens und der Rechte der schwangeren Frau" wird Schwangerschaftsabbruch generell unter Strafe stellen. Eine Abtreibung wird daher künftig nur bei "Gefahr für physische und psychische Gesundheit der Frau" sowie nach einem "Delikt gegen die sexuelle Freiheit und Integrität" - sprich nach einer Vergewaltigung - möglich sein. Das neueGesetz wirft spanische Feminist_innen und Abtreibungsbefürworter_innen um mehr als 30 Jahre zurück. Den Schwangeren wird das Recht über sich zu entscheiden genommen.

80 % der Spanier_innen sind gegen die Modifizierung des neuen Abtreibungsgesetzes. Daher kam es sofort zu Massendemonstrationen innerhalb und außerhalb Spaniens. Mobilisierungen wie "El tren de la libertad" versammelten tausende Menschen auf der ganzen Welt. Bereits nach Bekanntwerden der Pläne zur Modifizierung des Abtreibungsgesetzes fanden die ersten Mobilisierungen in Spanien, aber auch in Städten wie Paris oder Berlin statt. Im Januar kamen Edinburgh, London und einige französische Städte hinzu.

In Spanien begannen Mobilisierungen zunächst auf lokaler Ebene, wie im Fall von "El tren de la libertad". Eine Gruppe von Feminist_innen in Asturias entschied, der Regierung persönlich einen Text mit dem Titel "Weil ich entscheide" zu überreichen und lud zur Zugreise nach Madrid ein. Die Reaktion war massiv - nicht nur in Spanien und rief Solidaritätsbekundungen und -züge in Brüssel, London, Brighton, Paris, Ecuador, Mexiko und Argentinien hervor. Die zweite Mobilisierung, "Aborto Libre", kommt von der Coordinadora Feminista, die von Anfang an über verschiedene Aufrufe informierte. Am 8. Februar gingen erneut tausende Menschen in Madrid, Barcelona, Portugal, Irland, Frankreich, Deutschland, Island und Großbritannien auf die Straße; am 14. Februar ebenso, diesmal im Rahmen des Events "One Billion Rising for Justice". Auch in Dresden wurde von e*vibes am 1. Februar für ein Solifotoshooting mobilisiert.

Am 8. März, dem Internationalen Frauenkampftag, waren wieder Tausende auf den Straßen und hier in Dresden entstanden die Fotos für die Ausstellung. Esta ley no pasará! Dieses Gesetz wird nicht durchkommen! Keine Kriminalisierung von Abtreibungen!

Mehr Informationen in spanisch und deutsch

I feel like dancing! FRAME 4

Do, 08.05.2014, um 20:00 Uhr

Quiz - DAS Befreiungs-Quiz - präsentiert vom legendären Radiokollektiv Volume Mascara Murmansk RVMM, zum Tag der Befreiung

The Kneipenquiz, es darf gefeiert werden! Keine Angst vor Hinterhältigkeit, Gehässigkeit und Schadenfreude! Angst und Schrecken für the Loosers - you know what we mean!

69 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus wollen mal wieder gefeiert sein. RVMM befreit Euch an diesem Tag vom unnützen Wissen und feiert mit den Fragen aller Fragen pop(kulturell) Befreiung. Was ist linke Theorie, gibt es sie? Gibt es das Private, wenn ja, ist es politisch, oder wer hat eigentlich im letzten Jahr Scheiße gebaut, huhu? Ist Elvis bürgerlich oder lästig? Wo sind die Grenzen der Aufklärung oder ist der Körper, der die das Körper, wirklich tot? Um Wodka, Fame & Glory abzuräumen braucht Ihr nur drei lovely Köpfe im Team, die sich in acht Runden den Fragen stellen. Schnappszahl und Befreiung - united bis die Rote Armee kommt!

Anmeldung Eurer Teams bitte unter: irmgard.lumpini(at)coloradio.org

Nicht Tausch, nicht Spende, nicht Geschenk. Solidarische Ökonomie im Umsonstladen?

Mi, 30.04.2014, 20:00 Uhr

Vortrag und Diskussion von und mit Maria und Martin, eine Veranstaltung des Umsonstladen Dresden

Maria und Martin stellen ihre Masterarbeit über "alternative Formen des Austausches im Umsonstladen Dresden" vor. Einführend gibt es ein Input zur Geschichte der Umsonstläden und zur aktuellen Lage des Dresdner Ladens von einigen Menschen aus der Ladengruppe.

Konservative Revolution und Neue Rechte. Antiemanzipatorische Ideen im intellektuellen Gewand

Mo, 28.04.2014, 20:00 Uhr

Vortrag von Volker Weiß, eine Veranstaltung der URA Dresden

Von den politischen Strömungen, die seit dem 19. Jahrhundert die politische Landschaft prägten, war der Konservatismus zunächst die erfolgreichste. Sein restauratives Gegenkonzept gegen die Werte der Französischen Revolution schien die gesellschaftliche Gliederung zu garantieren. Doch sein auf dem Gedanken der Ungleichheit der Menschen aufgebautes Weltbild geriet im Zuge des 20. Jahrhunderts schnell ins Wanken.

Schon nach der Niederlage des Deutschen Reichs im Ersten Weltkrieg verschwand der alte Adelskonservatismus schlagartig – ihn beerbten radikalnationalistische und völkische Strömungen, die sich teils als sein Erbe, teils als seine "revolutionäre" Fortführung begriffen. Diese Radikalisierung mündete schließlich im Bündnis der konservativen Eliten mit der NSDAP und dem endgültigen Untergang des althergebrachten Konservatismus nach der zweiten deutschen Kriegsniederlage 1945. Die Geschichte des Konservatismus in der Bundesrepublik ist die Geschichte seiner demokratischen Domestizierung, die schließlich in einer vollständig liberalisierten Variante der Merkel-CDU mündete.

Außerhalb dieses Mainstreams erheben "Konservative Revolutionäre" rund um die Zeitschrift "Junge Freiheit" und das "Institut für Staatspolitik" wieder den Anspruch, als Lordsiegelbewahrer der reinen Lehre zu fungieren. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Stationen dieser Entwicklung, seinen Aufstieg und Zerfall von den Anfängen bis heute. Er zeigt, dass auch der Konservatismus in den Wandel der Zeit eingebunden war, den er zu bekämpfen suchte.

Volker Weiß ist Historiker und freier Publizist. Er beschäftigt sich sowohl mit den historischen als auch den zeitgenössischen Vertreter_innen der regressiven "Denkschule" der "Neuen Rechten/Nouvelle Droite". Volker Weiß ist Autor des Buchs "Deutschlands Neue Rechte. Angriff der Eliten – Von Spengler bis Sarrazin." und publiziert u.a. in DIE ZEIT und jungle world.

Widerstand, Repression und Selbstorganisierung in Griechenland

Mi, 16.04.2014, 20:00 Uhr

Ein Reisebericht, eine Veranstaltung von Gruppe Polar und Gruppe Ausser Kontrolle

Mit dem Beginn der Euro-Krise seit 2009 ist der Machtzuwachs, die hegemoniale Position Deutschlands und die von Deutschland betriebene Austeritätspolitik gegenüber den "Krisenländern" zu beobachten. Im Oktober 2013 waren verschiedene Dresdner Gruppen in Griechenland und trafen sich dort mit Gruppen, die versuchen sich gegen Austerität, damit einhergehender Verelendung sowie einer fortschreitenden Entdemokratisierung zu wehren.

Ausgangspunkt der Diskussionen war die erstmalige Anwendung des Paragraphen "zur Bildung einer kriminellen Vereinigung" auf politische Proteste und soziale Bewegungen in Griechenland. Staatliche Kriminalisierungsversuche gegen Proteste abseits von Parteien und Parlamenten gibt es in ganz Europa. Der sächsische Exportschlager "Extremismustheorie" bzw. die "radicalism studies" schaffen den ideologischen Background dafür. Eine starre Ordnung der "Demokratischen Mitte" soll mittels Repres­sion verteidigt werden. Grundlegen­der Dissens wird als illegitim und kriminell, eben als "extrem", dargestellt. Es wurde versucht die spezifischen Erfahrungen aus Dresden auf eine generellere, europäische Ebene zu übertragen.

Dass regressive Reaktionen auf die Krise nicht zwangsläufig sind, zeigte der Besuch von selbstorganisierten und besetzten Projekten wie dem staatlichen Radiosender ERT 3 und dem besetzten Betrieb Vio.Me. Vertreter*innen der Gruppen "Ausser Kontrolle" und "Polar" berichten von aktuellen Protesten, der Situation der Kriminialisierten und Projekten der Selbstorganisierung in Athen und Thessaloniki.

Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe, die den Aufruf "Krank gespart!" begleitet.

Brasilien und die FIFA Weltmeisterschaft der Männer

Mo, 14.04.2014, 19:00 Uhr

Vortrag von Maria aus Prag, eine Veranstaltung von e*vibes, auf Englisch, mit Flüsterübersetzung ins Deutsche

Brasilien wird in diesen Sommer Gastgeberland der Fußballweltmeisterschaft sein. Einge verstörende Fakten rund um das Event: über 30 Milliarden US-Dollar werden von der brasilianischen Regierung für die Vorbereitungen ausgegeben – und das in einer Situation mangelhafter Gesundheitsversorgung, öffentlicher Bildung, öffentlicher Verkehrmittel usw. Mehr als 250.000 Menschen wurden aus ihren Wohnungen zwangsgeräumt. Und die FIFA, die Milliardeneinnahmen durch das Event erwartet, wird keinerlei Abgaben zahlen müssen.

Die meisten Brasilianer_innen sehen die Absurdität von all dem und bereiten sich auf Proteste vor. Der Staat ist sich aber dessen bewusst und mobilisiert, Protestierende als Terrorist_innen betrachtend, Polizeikräfte. Wahrscheinlich wird es während des Events viele schwer verletzte oder gar tote Protestierende geben. Wie es der FIFA-Sicherheitsberater Andre Pruis gegenüber Journalist_innen ausdrückte, werden Gummigeschosse als "Maßnahme auf niedriger Stufe" betrachtet: "Sie tun weh, aber was soll die Polizei denn tun? Spielzeug-Pusterohre benutzen? Oder Wasserwerfer? Das funktioniert ab einem bestimmten Punkt nicht mehr. Man muss sie auseinandertreiben."

Maria aus Prag hat vor kurzem einige Zeit in Brasilien verbracht. Dabei lernte sie einige Anarchist_innen und Libertäre kennen, wie auch die dort gerade entstehende neue Protestbewegung.

More info in english / mehr Infos auf deutsch

"Meine Mutti ist Abteilungsleiter, alle Tage steht sie ihren Mann"- Das Frauenbild in der DDR

So, 13.04.2014, 14:00 Uhr

Vortrag mit Sabrina Zachanassian, meine frauengruppe, Leipzig , eine Veranstaltung von gruppe polar, Teil 2 der Reihe In die Kommunismus? - Eine Diskussionsreihe für Wege aus der Sprachlosigkeit

Befragt man die ältere Generation in Ostdeutschland, scheint es die Frauenfrage im Sozialismus nicht gegeben zu haben: Frauen arbeiteten, ließen sich scheiden und wurden Bürgermeister, sie waren - im Guten wie im Schlechten - Genossen unter Genossen, von feministischen Sperenzchen weit entfernt. Bald schon schrieb sich der sozialistische Staat die erfolgreiche Emanzipation der Frau auf die roten Fahnen und demonstrierte so seine Überlegenheit gegenüber dem Klassenfeind. Diesem Mythos der abgeschlossenen Emanzipation soll in der Veranstaltung auf den Grund gegangen werden.

Beleuchtet wird die Ideologie der völlig gleichgestellten Frau, die alle kapitalistisch-kleinbürgerlichen Konventionen hinter sich gelassen hat, die abtreiben und splitternackt am Ostseestrand liegen darf - tatsächlich aber unter der Doppelbelastung Arbeit und Familie ächzt und dabei aber noch als das neue sozialistische Subjekt erstrahlen und sich ruhig in die Obhut des Vaters Staat begeben solle, der das mit ihrer Emanzipation schon regeln werde. Gerade viele der, im DEFA-Film fast ausschließlich von männlichen Regisseuren in Szene gesetzten Frauenfiguren verkörpern dieses neue sozialistische Ideal. In der Veranstaltung soll auch anhand einer Auswahl von Filmausschnitten den gängigen Frauenbildern auf den Grund gegangen werden.

wilful waste with you

Sa, 12.04.2014, 12:00 Uhr

Workshop mit dem Club der Verschwender_innen

Ein bös belegtes Wort: Verschwendung. Ob Geld, Zeit oder andere Ressourcen? Es heißt sparen, sparen, sparen bis die puritanischen Propagandisten jauchzen. Kaum jemand will wahrhaben, dass alles Schöne, Soziale und Liebenswerte auf verschwenderischen Praxen beruht. Kaum jemand? Wir wohl! Deshalb suchen wir Eure Ideen für gelungene Verschwendungen. Gelungen nicht im ökonomischen Sinne. Wir wollen Luxus und Geschenke! Und Ihr kennt sie, die Dinge, die das Leben liebenswert und absurd machen: Prall gefüllte Blogs die niemand liest, Liebesbriefe für die Schublade, Flanieren ohne Sinn und Zweck, Endlosqualitätsserien über die keiner redet, politische und künstlerische Veranstaltungen die keine braucht, die bettlägerige Großmutter die auf ihrer Alpenvereinsmitgliedschaft besteht, den völlig verschlafenen Tag der frühzeitig im Bett endet, die goldene BahnCard die nie benutzt wird...

Wir wollen an einem Tage im April zusammen Zeit mit Performances, Vor- oder Beiträgen, Entwürfen und Ideen verschwenden, die Verschwendungen thematisieren, die Schule machen können. Damit das Spardiktat sich nicht zur Diktatur auswächst. Die Ökonomie - der Name und das Gesetz des Hauses - interessiert dabei nicht. Zu Hause könnt Ihr bleiben, wenn die Welt so schlecht bleiben soll, wie sie ist. Lasst uns für eine Kultur der Verschwendung streiten! Dein Vorschlag, der in einem geschlossenen Rahmen in circa zwanzig Minuten vorgestellt werden kann, bitte bis zum 30. März an verschwendung@gmx.org, Club der Verschwender_innen

9 to 5? No - 9 to 1! Happy Birthday Kosmotique!

Sa, 05.04.2014, 21:00 Uhr

Tombola, Ausstellung YO DECIDO, Dj* Shannon Soundquist + Braindance

Luxus · feel like · empower youth · Rechtsterrorismus · Sexismuskritische · konkreten Utopien · Grenzenlose Solidarität · truth lies · Kaltland · Catastroika · Polizeigewalt · & Salz · Play Hard · drink with the poor · Silvio · Typische Konflikte · Schlurf · Deutsche Härte · Anarchismus · Teufel · Wider die · an eine Torte · Aufstand verhindern! · seine Feinde · Antisemitismusdebatte · einen Film drehen! · Dialektik: · Zocker · Wandersplitter · e* · the Wind · Antiromaismus · Bambi-Quote · di hacking e · Kommunismus? · Pornographie · dekonstruktiv · Hidden Victims · Gastroarbeiter_innen · Clinic of Solidarity · mein Bauch

Zwei Jahre Debatte und Aktion: Wir feiern einen Geburtstag und wollen Dich/Euch gerne dabei haben!

Flyer

Anarchist Black Cross Belarus Infotour 2014

Mo, 31.03.2014, 20:00 Uhr

Informationsveranstaltung zur aktuellen Situation der anarchistischen Bewegung in Belarus von und mit ABC Belarus, eine Veranstaltung des a.l.i.a.s.

Auch in diesem Jahr gibt es eine Infotour des Anarchist Black Cross (ABC) Belarus durch verschiedene Länder Europas:

ABC wollen euch über die aktuelle Situation der anarchistischen Bewegung in Belarus berichten und hoffen, dass Berichte über anarchistische Kämpfe und Aktivitäten aus anderen Orten euch in euren eigenen Kämpfen unterstützen und inspirieren können. Aber ein solcher Bericht ist nicht möglich ohne über die Repression zu sprechen, der die Bewegung in Belarus seit langem ausgesetzt war und ist und wie damit umgegangen wird. Davon ausgehende soll über die lokalen Erfahrungen mit Repression gesprochen werden.

Außerdem wird über die für Ende August 2014 geplante "Week of Solidarity with Anarchist Prisoners" informiert, ein gemeinsames Projekt europäischer ABC-Gruppen, das die jeweiligen Kämpfe und die Unterstützung gefangener Genoss*innen zusammenführen und gegenseitig stärken soll. Die Tour dient auch dazu, Spenden zu sammeln, um damit Anwält*innen, Bücher, Essen, etc. für die Gefangenen zu bezahlen und Propagandamaterial zu finanzieren. Im Rahmen der Veranstaltung gibt es weiterhin das Angebot, gemeinsam Briefe oder Postkarten an die Gefangenen zu schreiben.

CasaPound Italia, die Erben Mussolinis

Mi, 26.03.3014, 19:30 Uhr

Buchvorstellung und Diskussion mit Heiko Koch, eine Veranstaltung von kosmotique und Akubiz e.V. Pirna

CasaPound Italia nennt sich eine seit 2003 bestehende Bewegung in Italien. Ihre Wurzeln sieht sie im historischen Faschismus zu Beginn der 1920er Jahre; in der Zeit als der italienische Faschismus noch nicht Regime, sondern eine Bewegung mit revolutionärem Anstrich war und sich mit Terror und Gewalt den Weg zur Macht ebnete. CasaPound Italia schaffte es sich von Rom aus über die ganze Apenninische Halbinsel zu verbreiten und trat 2013 da erste Mal zu Wahlen an. In ihrer derzeitigen Propaganda arbeitet sie bewusst mit den Folgen der ökonomischen Krise und agitiert von ganz rechts außen gegen förderalistische und demokratische Strukturen, sowie gegen die Europäische Union.

Auch in Deutschland und explizit in Sachsen nehmen Neonazis Bezug auf Casa Pound. Dies zeigt sich unter anderem in der Namensgebung der NPD Kreisgeschäftsstelle in Pirna - "Haus Montag". Bei dem im „Großraum Leipzig“ stattfindenden JN-Kongress "Vision Europa" am 22.3.2014 soll auch ein Vertreter der Casa-Pound-Jugendorganisation Blocco Studentesco auftreten.

Heiko Koch, Autor des im Oktober 2013 erschienenen Buches "Casa Pound Italia. Mussolinis Erben", wird die faschistische Bewegung Casa Pound in seinem Vortrag vorstellen und die Bezüge nach Deutschland beleuchten.

"Yo Decido"- Ich habe mehr als Bauchschmerzen (You remember, mein Bauch ...?)

Sa, 08.03.2014, ab 18:00 Uhr

Feministisches Foto-Shooting & Amusement

In Spanien soll die freie Entscheidung für eine Abtreibung abgeschafft werden. Die erst 2010 dort eingeführte Fristenregelung wird damit Geschichte. Das neue sogenannte "Gesetz zum Schutz des empfangenen Lebens und der Rechte der schwangeren Frau" wird Schwangerschaftsabbruch generell unter Strafe stellen. Eine Abtreibung wird daher künftig nur bei "Gefahr für physische und psychische Gesundheit der Frau" sowie nach einem "Delikt gegen die sexuelle Freiheit und Integrität" - sprich nach einer Vergewaltigung - möglich sein. Bevor eine Abtreibung aus medizinischen oder psychologischen Gründen möglich wird, braucht es in Zukunft ein Gutachten von zwei unabhängigen Ärzt_innen. Ein_e dritte_r Ärztin_Arzt kann dann den Abbruch vornehmen. Sie dürfen jedoch nicht in derselben Klinik arbeiten - somit wird das zu einem Spießrutenlauf für die Betroffenen. Das neue Gesetz wirft spanische Feminist_innen und Abtreibungsbefürworter_innen um mehr als 30 Jahre zurück. Den Schwangeren wird das Recht über sich zu entscheiden genommen. Besonders schlimm trifft es Arme und Flüchtende, im Gegensatz zu Vermögenden können sie nicht im Ausland abtreiben lassen.

Das entspricht der faktischen Abschaffung des Rechts auf Abtreibung in Spanien! Grrr! No way! Keine Kriminalisierung von Abtreibungen!

Kommt also am Internationalen Frauenkampftag zu einem Soli-Foto-Shooting in die kosmotique. Kommt als Gruppen, Freund_innen oder Bezugsgruppen, als Einzelpersonen, Fangruppen oder Sportteams, bringt Soli-Plakate mit und lasst Euch fotografieren. Die Fotos werden dann als Soli-Gruß an feministische Zusammenhänge in Spanien geschickt und wir werden Sie als kleine Ausstellung in der kosmotique zeigen. Also bastelt schöne Pappen, Transpis, Pappmaché-Plastiken oder studiert Choreografien als Gesten Eurer Solidarität! Selbstverständlich anonymisieren wir Euch, wenn Ihr das gerne wollt.

Mehr Infos zur spanischen Gesetzesvorlage.

Austeritätspolitik und Gesundheit in Griechenland: Die Social Clinic of Solidarity in Thessaloniki

Sa, 01.03.2014, um 20:00 Uhr

Vortrag und Bericht von Ben Wachtler (Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte), eine Veranstaltung von Gruppe N.N.

In Griechenland ist unter dem Druck der Spardiktate das öffentliche Gesundheitssystem zusammengebrochen. Die Troika aus Vertreter_innen der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds hat durchgesetzt, dass alle sozialstaatlichen Leistungen, inklusive Krankenversicherung, zwölf Monate nach Verlust des Arbeitsplatzes einzustellen sind. Wer nicht krankenversichert ist, muss die Kosten einer Behandlung vor Ort in bar bezahlen. Zahlreiche staatliche Kliniken und Arztpraxen sind in den letzten Jahren geschlossen worden. Um dennoch eine Behandlung der Armen, Nicht-mehr-Versicherten, Asylsuchenden und Migrant_innen gewährleisten zu können, sind in ganz Griechenland Social Clinics of Solidarity (SCS) entstanden, in denen Ärzt_innen und Pfleger_innen ehrenamtlich arbeiten und Medikamentenspenden verteilt werden.

Ben Wachtler wird uns von seinem Besuch der Social Clinic of Solidarity Thessaloniki berichten. Er war außerdem an der International Peoples Health University des Peoples Health Movement beteiligt, die im Oktober 2013 in Thessaloniki stattgefunden hat. Wie neoliberale Strukturanpassungsprogramme und erzwungene Austeritätspolitik mit dem Zusammenbruch der staatlichen Gesundheitsversorgung zusammenhängen und welche Folgen diese Politik hat wird ebenfalls Gegenstand der Veranstaltung sein. Ben Wachtler ist Arzt und im Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte organisiert.

Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe, die den Aufruf "Krank gespart" begleitet.

Kenne Deine Rechte! Arbeitsrechtsschulung für Gastroarbeiter_innen

Mo, 17.02.2014, um 19:00 Uhr

Kostenloses Arbeitsrechtsseminar von und mit der Basisgewerkschaft Nahrung und Gastronomie (BNG-FAU)

Unter dem Motto "Trotzdem unbequem!" wehren sich die Basisgewerkschaft Nahrung und Gastronomie (BNG-FAU) und die Betriebsgruppe gegen die Kündigung von drei Kolleg_innen und fordern zudem einen Haustarifvertrag oder die Kollektivierung der Kneipe.

Aber nicht nur im Trotzdem müssen sich Beschäftigte einiges gefallen lassen. Die Zeit, in der die Betreiber_in des Trotzdems versucht den Streik der BNG auszusitzen, soll deshalb genutzt werden um den Finger auch auf andere Wunden zu legen. In wievielen Betrieben gibt es z.B. keinen Lohn bei Krankheit? Das steht auch Minijobber_innen zu! Haben Solo-Selbstständige überhaupt Rechte? Was ist mit dem Trinkgeld? Diese und viele weitere Fragen sollen bei dieser Veranstaltung geklärt werden: Kenne deine Rechte!

Mehr Informationen zur Veranstaltung.

Into the Fire. The Hidden Victims of Austerity in Greece

Mi, 22.1.2014, um 21:00 Uhr

Filmvorführung und Input von Gruppe N.N., Dokumentation von Kate Mara und Guy Smallman (Journalist_innenkollektiv Reel News), 39 min, London 2013

Am 14.11.13 entschied der Europäische Gerichtshof, dass Asylsuchende nicht in EU-Länder abgeschoben werden dürfen, in denen "systemische Mängel" im Asylsystem herrschen. Damit wurde die Rechtsprechung vom Januar 2011 bestätigt, nach der ein EU-weites Abschiebungsverbot nach Griechenland gilt, weil es dort zu massiven Menschenrechtsverletzungen gegenüber Schutzsuchenden kommt.

Noch immer werden Geflüchtete in Griechenland unter unmenschlichen Bedingungen oft über Monate hinweg inhaftiert, von Polizist_innen verprügelt, auf die Straße gesetzt und schutzlos Elend und Obdachlosigkeit sowie Angriffen rassistischer Schläger_innentrupps der Partei Goldene Morgenröte ausgesetzt. Unter dem Druck der anderen EU-Staaten verhindert Griechenland aber auch die Weiterreise der asylsuchenden Menschen. Neben der katastrophalen Asylpolitik wirkt sich auch die griechische Sparpolitik verheerend auf ihre Situation aus.

In "Into the fire" kommen sie zu Wort, ebenso wie Gesundheitsarbeiter_innen, Journalist_innen, Mitarbeiter_innen von Hilfsorganisationen. "Into the Fire" wurde im April 2013 crowd-released. Screenings fanden im Oktober und November 2013 in zahlreichen europäischen Städten statt. Mit "Into the Fire" beginnt eine Veranstaltungsreihe über den Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung in Griechenland und die Selbstorganisation in Social Clinics of Solidarity, die den Aufruf "Krank gespart!" begleitet. Weitere Veranstaltungen folgen.

Feminismus, dekonstruktiv

Sa, 21.12.2013, 11:00 Uhr bis circa 19:00 Uhr

Textseminar zu feministisch dekonstruktiv differenzphilosophischen Texten von und mit Michelle G. Rois

Universitär wenig beachtet und häufig popkulturell simplifiziert, werden die politischen Erfahrungen feministischen Denkens von Unterschieden hierzulande, in ihrer Vielfältigkeit und Radikalität, kaum wahrgenommen. Während im englischen und romanischen Sprachraum der differenzphilosophisch feministische Diskurs seit Jahrzenten laut summt, ist - nur zum Beispiel - von der vielfachen Preisträgerin und in neunzehn Sprachen übersetzten Rosi Braidotti derzeit nicht eine Monographie in deutsch erhältlich.

Um den so beliebten Begriff "queer" in diesem diskurstheoretischem Feld zu umreißen, will der Workshop sich sowohl auf einer abstrakt-logischen wie kulturwissenschaftlich-politischen Ebene sprachkritisch den Konstruktionen von Geschlecht und Sexualität nähern. In den dazu ausgewählten Texten wird normierende Sprachlogik gequeert, Individuation und Differenz gefeiert und ein Denken gegen den Strich des kolonial-männlichen etabliert. Es werden dafür u.a. Texte von Braidotti, Butler, Cixous, Deleuze, Irigaray, Lyotard und Wittgenstein zur Verfügung gestellt. An diesen wird nicht erklärt werden, wie zeitgenössischer Feminismus ist, sondern es soll gemeinsam ein Verständnis zu den Texten und Positionen entwickelt werden.

Vorwissen ist nicht erforderlich, die Bereitschaft abstrakt zu Denken sollte aber vorhanden sein. Eine Anmeldung unter etudes_feminines@gmx.org ist unerlässlich, es gilt eine personenbegrenzte Teilnahmezahl.

Michelle G. Rois studierte Philosophie bei Hélène Cixous und Jaques Derrida. Sie veröffentlicht meist über Dritte. Es wird ihr ein queerender Umgang mit Geschlecht nachgesagt.

Feminismus und Pornographie

Fr, 15.11.2013, 18:30 Uhr

Workshop mit Gruppe diss, eine Veranstaltung von StuRa HfbK, Die Linke.SDS Hochschulgruppe, im Rahmen der "Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie"

"Die Antwort auf schlechte Pornos sind nicht keine Pornos, sondern bessere Pornos!"

Auf dieses Zitat von Annie Sprinkle Bezug nehmend, soll im Workshop mit euch eine Alternative zu (hetero-)sexistischem Mainstream-Porno entwickelt werden. Denn jenseits von repressiven Normen reproduzierenden Pornos muss es doch eine Alternative geben! Porno? Das kann geil, lustvoll, erotisch und erregend sein! Doch wie muss ein Porno gestaltet werden, dass er nicht diskriminierend, sexistisch, rassistisch ist und stereotype Klischees erfüllt? Wo liegen die emanzipatorischen Möglichkeiten dieses Mediums? Was für Kriterien müssen entwickelt und bedacht werden? Und überhaupt: Ist Porno mit queerfeministischen Theorien vereinbar? PorYES – PorNO? ... Diese und viele weitere Fragen werden im Workshop – meist theoretisch, teils auch ganz bildhaft-praktisch – aus einer sex-positiven Perspektive diskutiert.

Da es in diesem Workshop vornehmlich um das Thema Sex und seine explizite Darstellung geht, besteht eine Triggergefahr. Bitte seid euch bei der Teilnahme dessen bewusst, achtet auf euch und einander.

Der Workshop ist auf 25 Personen begrenzt, mit einer Anmeldung unter gleichstellung@stura.tu-dresden.de könnt ihr euch einen Platz sichern.

In die Kommunismus? Eine Diskussionsreihe für Wege aus der Sprachlosigkeit

So, 10.11.2013, 20:30 Uhr

Lesung von Gruppe N.N., erster Teil der Reihe In die Kommunismus, mit Texten von Bini Adamczak und einem Interview mit Waltraut Schälike

+Kaos. 10 anni di hacking e mediattivismo

Sa, 19.10.2013, von 14:00 bis 20:00 Uhr

Übersetzungsparty von kaostranslation.de

Das italienische Technikkollektiv Autistici/Inventati hat seine Geschichte geschrieben und Anfang 2012 unter dem Titel "+Kaos. 10 anni di hacking e mediattivismo" veröffentlicht. (Autistici, Jungle World)

Unter kaostranslation.de wurde begonnen, das Buch direkt aus dem Italienischen ins Deutsche zu übersetzen. Die ersten 25% sind bereits fast geschafft. Mit einer kleinen Übersetzungsparty orientiert an der Idee des "Hackfests" sollen 50% erreicht werden.

Alle, die sich für Technik, linke Infrastruktur und/oder italienische Sprache und Kultur interessieren, sind eingeladen. kaostranslation.de freut sich über Euren Support als:

  • Übersetzer_in (ihr müsst kein geschliffenes Italienisch können - es ist kein literarischer Text, sondern das Buch besteht hauptsächlich aus Interviews)
  • Lektor_in oder Setzer_in (Ihr müsst gar kein Italienisch können, aber Lust auf Textarbeit und/oder -gestaltung haben - die Übersetzung soll mindestens digital und evtl. später auch als Printausgabe veröffentlicht werden)
  • Unterstützer_in (Ihr wollt nicht direkt mitmachen, aber uns materiell unterstützen - sei es, dass Ihr Pizza backen, T-Shirts bedrucken oder dass Ihr zweckgebunden etwas spenden wollt - Eure Zuwendungen können als gemeinnützig bestätigt werden)

Bitte meldet Euch an unter info@kaostranslation.de möglichst bis zum 05.10.2013.

Bambi ist queer! Isn`t it? Die Bambi-Quote! Von der Notwenigkeit feministischer Theorie und Praxis

Do, 10.10.2013, um 20:00 Uhr

Diskussionsveranstaltung

Die Theorie des Antisemitismus, der kritischen Ökonomie, der Dialektik ist so monogeschlechtlich wie die Veranstaltung zum Antisemitismus, der Lesekreis zu Dialektik, ...

Die Veranstaltung unternimmt eine kulturelle Heimatkunde und untersucht einen Wald, in dem man die feministischen Akteur_innen vor lauter Bäumen nicht sieht.

/Bild sv damenkraft, As Focault says/

Wie schon in unserem Selbstverständnis gezeigt, klaffen auch in linken Zusammenhängen Utopie und Realität noch weit auseinander, und es ist leider immer noch gängige linke Praxis, dass unter dem richtigen und berechtigten Postulat der sozialen Konstruiertheit von Geschlecht allzu oft bestehende Macht- und Herrschaftsmechanismen aus den Augen verloren werden. Damit wird auch die Formulierung einer feministischen Subjektposition verhindert, die unter den gegebenen Bedingungen und Verhältnissen einen gemeinsamen Bezugspunkt darstellt und damit Solidarität ermöglicht.

Oder wie es Sharon Chaslow in einem Interview zur Riot-Grrrl-Bewegung sagte: "Einer der Gründe für das Entstehen von Riot Grrrl liegt darin, dass viele Frauen und Mädchen innerhalb der Szene merkten, wie sehr die Punkszene in vielen Punkten mit der Mainstreamgesellschaft identisch war. Wir hatten all diese Ideen von einer besseren Gesellschaft, trotzdem schlich sich durch die Hintertür der ganze Mist wieder ein. Gleichzeitig war für uns alle klar, dass das Private auch politisch ist. Wenn Du die Dinge also wirklich ändern wolltest, musstest Du erst einmal Deine eigene Hintertür in den Griff bekommen, die Fehler in den eigenen Reihen benennen."

Im Angesicht der Repression gegenüber der Radikalen Linken bleiben Betreiber_innen-Strukturen besser unsichtbar - keine Namen und keine Titel! Wir wollen aber an dieser Stelle auf die feministische Betreiber_innen-Struktur des/der kosmotique hinweisen. Als Betreiber_innen sind wir nicht nur die Frauen, die hier die Bar schmeißen. Weil wir aus feministischen Strukturen kommen, ist das Betreiber_innenkollektiv zu 3/4 in "Frauenhand" - und uns ist das wichtig! Wir stemmen viel um den Raum zu betreiben, diesen anzumieten, zu renovieren, finanziell zu sichern und zu verwalten, Organisation im Hintergrund wie Technik und Homepage.

Uns ist aufgefallen, dass bei öffentlichen Veranstaltungen - gerade da, wo theoretische Aspekte von Gewicht sind - offenbar aufgrund einer herkömmlichen Einladungspolitik überwiegend Männer auf dem Podium sitzen. Sobald externe Veranstaltungen stattfinden und Honorare ausgeschüttet werden, finden wir Männer am Tisch unter Neonlicht.

Wir sind damit nicht einverstanden. Denn die kosmotique ist von Anfang bis Ende feministisch. Unser Anliegen ist es, ab jetzt diesen Anspruch stärker nach außen zu tragen und von jetzt an noch stärker zu fördern, also bieten wir Euch:

  • Workshops/Technikseminare
  • Unterstützung, wenn Ihr zu schüchtern oder nicht geübt seid vor Publikum zu sprechen
  • Hilfe und Anleitung beim Technik einrichten und Ausrichtung von Veranstaltungen
  • Ansprechpartner_innen für Organisationsformen (How to make my own riot)

Meldet Euch - für gelebtes DIY!

Viele von uns sind aus der Ladyfestbewegung feministisch sozialisiert und daher wiederholen wir: Join if you feel like a lady!

Also lasst uns diskutieren, wie wir Feminismus stark machen! Brauchen wir in der kosmotique Quoten für alle, die im _Gap liegen? Welche Rolle kann Awareness spielen, und sollten wir Kampagnen wie #Aufschrei oder #SolidarityIsForWhiteWomen unterstützen? Wie implantieren wir einen feministischen Alltag? Wie steht es um Selbstermächtigung?

Monokultur zu verhindern ist anstrengend! Es braucht Schonungen und Förster_innen ! Bambie rockt! Mit Theorie für eine sichtbare und feministische Praxis, die was ändert! In a way: We are ladyfest for everyday!

Kommt am 10. Oktober um 20:00 Uhr in die kosmotique, und lasst uns das alles diskutieren!

Antiromaismus in Tschechien

Mi, 09.10.2013, um 20:00 Uhr

Vortrag und Diskussion mit Michael Reibetanz, Film im Anschluss

In den letzten Wochen nahm die gewaltvolle Stimmung gegen Roma in der Tschechischen Republik beängstigende Ausmaße an. Auch für die nächsten Wochen sind so genannte Hassmärsche in verschiedenen Orten geplant.

In mehreren Städten, wie z.B. in der Kleinstadt Duchcov bei Teplice, in Varnsdorf oder in der Stadt ?eské Bud?jovice, gab es in den vergangenen Wochen solche Aktionen von tschechischen und deutschen Nazis.

Die Einwohner_innen an den Orten beteiligen zum Teil. Bei den Demonstrationen wurde versucht, gewaltsam in die Viertel zu gelangen, in denen Roma leben. In ?eské Bud?jovice erinnern die Bilder an die Pogrome in Rostock-Lichtenhagen: Nazis werfen Steine, zünden Container an, rufen Sprüche wie "Zigeuner ins Gas!" und werden von Bürger_innen bejubelt und unterstützt.

Bei uns zu Gast ist Michael Reibetanz aus Usti nad Labem / Leipzig. Er spricht über die aktuelle Situation der Roma in Tschechien und führt zum Begriff des Antiromaismus ein. Wir wollen mit ihm auch über Möglichkeiten für Solidarität und Interventionen diskutieren.

kosmotique unterstützt das Bündnis Blokujeme! (Let's Block the Marches!), welches unter anderem durch die zivilgesellschaftliche Organisation Konexe ins Leben gerufen wurde. Konexe besteht aus Roma-Aktivist_innen und Pro-Roma-Aktivist_innen in Tschechien. Die Organisation benötigt für ihre Arbeit in Tschechien dringend Unterstützung. Weitere Informationen zu Konexe und Blokujeme!

The Circle

Mi, 09.10.2013, im Anschluss an den Vortrag

Dokumentarfilm von Teresa Reichova, 62 min, Tschechische Republik, 2009, tschechisch mit englischen Untertitlen

Am 17.11.2008 fand in Litvinov eine Demonstration der rechten Arbeiterpartei (Dělnická Strana, DS) statt. Im Anschluss marschierten autonome Nationalisten in das Wohnviertel Janov, das hauptsächlich von Sinti und Roma bewohnt wird. An einem Kreisverkehr nahe des Viertels kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstration, die in den Medien als "Schlacht von Janov" tituliert wurden. Viele ortsansässige Tschech_innen schlossen sich der Demonstration der Neonationalist_innen.

Teresa Reichova war mit ihrer Kamera vor Ort. Im Nachhinein konfrontierte sie einige Akteur_innen an der Stelle des Kreisverkehrs mit dem dokumentarischen Material. Auf der einen Seite werden Mitglieder der rechten Arbeiterpartei (DS) interviewt, auf der anderen Seite Gegendemonstrant_innen auf Seiten der Sinti und Roma, Repräsentant_innen der Stadt und der Polizei sowie Produzent_innen des medialen Bildes der Demonstration.

Just the Wind

Mi, 02.10.2013, um 21:00 Uhr

Drama von Bence Fliegauf, 98 min, Ungarn/Deutschland/Frankreich 2012

Die Nachricht verbreitet sich in Windeseile: In einem ungarischen Dorf wurde eine Roma-Familie ermordet. Die Täter sind entkommen, niemand will eine Ahnung davon haben, wer das Verbrechen begangen hat. Eine andere Roma-Familie, die nahe dem Tatort lebt, sieht sich in ihrer latenten, mühsam verdrängten Angst bestätigt. Der Vater ist weit weg in Kanada; er möchte seine Frau, die Kinder und den Großvater nachholen, sobald es ihm möglich ist. Die Familie, von rassistischem Terror bedroht und von einer schweigenden Mehrheit im Stich gelassen, versucht den Tag nach der Tat zu überstehen. Und abends, als die Dunkelheit über das Dorf hereinbricht, rückt man im Bett noch enger zusammen als sonst. Doch die Hoffnung, dem Wahnsinn zu entkommen, erweist sich als trügerisch. Ausgehend von einer realen Mordserie, der in Ungarn in wenig mehr als einem Jahr acht Menschen zum Opfer fielen, schildert Bence Fliegauf die Pogromstimmung, aus der Gewalt gegen Minderheiten entsteht. Die Kamera haftet sich eng an die Fersen der Figuren und macht ihre zunehmende Atemlosigkeit auch physisch erfahrbar.

mehr Info: Peripher Filmverleih, Jungle World

MAYO2013. De la indignación a la rebelion. Escrache al sistem. - Von der Empörung zur Revolte. Das System unter Druck setzen.

Mi, 03.07.2013 bis Mo, 30.09.2013, immer mittwochs 20:00 bis 24:00 Uhr und bei Veranstaltungen

Fotoausstellung zu den Protesten der "Indignados" und der Bewegung "15-M"

Auf der Puerta del Sol, einem zentralen Platz in Madrid, dem "Tor der Sonne", trafen sich am 15. Mai 2011 die Indignados, die "Empörten" zum ersten Mal spontan auf der Straße, um gegen die Krisenfolgen und die Austeritätspolitik zu protestieren. Mit dem Beschluss einer Gruppe von Demonstrierenden, auf dem Platz zu übernachten, begann die Acampada Sol. Es folgten Platzbesetzungen in ganz Spanien, die weltweit für Aufsehen sorgten. Nach einem Jahr waren die meisten Camps selbst aufgelöst oder polizeilich geräumt worden. Statt auf den zentralen Plätzen organisierten sich die Indignados von da an in zahlreichen kleineren Versammlungen in den Stadtteilen. Als sich im Mai die Besetzung des Puerta del Sol zum 2. Mal jährte, waren zwei Betreiber_innen der Kosmotique in Madrid um Eindrücke der vielfältigen Aktivitäten, Zusammenkünfte und Proteste zu sammeln, die jetzt in Form einer kleinen Fotoausstellung in der Kosmotique gezeigt werden.

e*fac

So, 29.09.2013, ab 14:00 Uhr

Brunch & Filme, von und mit e*vibes

e*vibes laden euch ein, jeden Monat am dritten Sonntag ein Café mit emanzipatorisch feministischem Ansatz zu besuchen oder auch mit zu gestalten. Mit euch gemeinsam wollen e*vibes einen Ort schaffen, der die Möglichkeit bietet, sich auf die verschiedensten Arten auszutauschen, zu vernetzen, voneinander bzw. miteinander zu lernen oder einfach nur zu entspannen. Im Rahmen des Cafés soll es in diesem Jahr außerdem eine Veranstaltungsreihe zum Thema "Warum Geschlecht" geben. Diese wurde im Rahmen von "Domino Jugend gestaltet" bereits vorfinanziert und kann somit von euch nach Herzenslust gestaltet werden. e*vibes freuen sich auf euch und eure Ideen.

Den Auftakt zum regelmäßigen Termin bildet das 2-jährige e*vibes Jubiläum. Ausnahmsweise am vierten Sonntag erwarten euch Kaffee, Tee, veganes Essen, Auditives und Visuelles. Kulinarisches: Der Geburtstag wird mit Süßem und Herzhaftem gefeiert. Je mehr ihr selbst dazu beitragt und Essen mitbringt, desto mehr wird es für alle geben. Visuelles: Ab 17h wird der Film "Watermelon Woman" (90 min, 1996, USA, Regie: Cheryl Dune) gezeigt.

mehr Info: e*vibes

Thomas Harlan: Wandersplitter

So, 22.09.2013, um 20:00 Uhr

Dokumentarfilm von Christoph Hübner, 96 min, Deutschland, 2006/2007, im Rahmenprogramm zu "Mütter, Väter, nirgends Täter?"

Thomas Harlan, Autor, Filmemacher, Abenteurer und Sohn des "Jud Süß"- Regisseurs Veit Harlan, sinnt im Zimmer eines süddeutschen Sanatoriums über sein Leben. In kleinen und größeren Episoden erzählt er Geschichten seines Lebens- persönlich, politisch und "ohne Ich". Es sind Geschichten aus der Zeit, da er als Kind bei Hitler zu Gast, bei Kriegsende mit dem zerstörten Deutschland konfrontiert, auf der Suche nach Alternativen im Politischen wie Menschlichen oder als Naziverfolger in polnischen Archiven unterwegs war, aber auch Episoden aus der Beziehung zum eigenen Vater. Einerseits war er mit ihm durch Liebe verbunden, andererseits kämpfte er lebenslang gegen den Propagandisten an, der "Jud Süß" in Szene setzte. Thomas Harlan ist viel mehr als ein Zeitzeuge: er dichtet und verdichtet mit kreativem und präzisem Sprachgebrauch seine eigenen biographischen Wandersplitter.

2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß

Fr, 20.09.2013, um 20:00 Uhr

Dokumentarfilm von Malte Ludin, 85 min, Deutschland, 2005, im Rahmenprogramm zu "Mütter, Väter, nirgends Täter?"

Malte Ludin dokumentiert als Bruder von 5 Geschwistern die unterschiedlichen Vergangenheitsauffassungen seiner Brüder und Schwestern und ihren jeweils persönlichen Umgang mit dieser. Den Nachkommen von Hanns Ludin, SA- Gruppenführer und späterer Gesandter im "Schutzstaat" Slowakei, ist die Vergangenheit des Vaters bekannt, dennoch haben die einzelnen Geschwister nicht alle die Wahrheit klar vor Augen, da nach wie vor Legenden um den Vater im Familienkreis kursieren. Es entsteht ein intimes und gleichzeitig beispielhaftes Filmdokument über die Spuren aus der NS- Vergangenheit einer deutschen Familie, die auch Jahrzehnte nach dem Krieg die Nachfolgegeneration prägen.

Meine Familie, die Nazis und ich

Mi, 18.09.2013, um 20:00 Uhr

Dokumentarfilm von Chanoch Ze´evi, 77 min, Israel, 2011, im Rahmenprogramm zu "Mütter, Väter, nirgends Täter?"

Der Israelische Regisseur Chanoch Ze´evi bat für seinen Film ?Meine Familie, die Nazis und ich? fünf Nachkommen von NS-Verbrechern vor die Kamera. Wie lebt man als Nachkomme eines Verbrechers? Wie geht man als Kind oder Enkel_in mit der Schuld der Eltern und Großeltern um? Jeder der fünf Interviewten geht seinen ganz persönlichen Weg, um mit der Vergangenheit der eigenen Familie leben zu können. Manche ziehen sich, nachdem sie von der Vergangenheit ihrer Familie erfuhren, völlig zurück. Andere dagegen legen in Vorträgen, Lesungen und Büchern Zeugnis von ihrer ganz eigenen Vergangenheitsbewältigung ab. Chanoch Ze´evi lässt sie alle sprechen und sensibilisiert sein Publikum für jenes Erbe, das viele Nachkommen zu tragen haben.

"Zinsen, Zocker, Zionisten" - Zum reaktionären Weltbild des regressiven Antikapitalismus

Do, 08.08.2013, um 20:00 Uhr

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann, eine Veranstaltung der AFA Dresden, Teil 4 einer Vortrags- und Workshopreihe zur Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus

Geht es gegen "Banken und Finanzmärkte", findet sich manch vermeintlich radikaleR KapitalismuskritikerIn in trauter Eintracht mit Finanzminister, Fernseher und Frau Meier. Alle miteinander halten sie "die Gierigen, die den Hals nicht voll genug kriegen" für die Verursacher der Krise. Wer das kapitalistische Prinzip in "produktives Kapital" und "Finanzkapital" aufspaltet, landet zwangsläufig bei der Dämonisierung von Zirkulationssphäre und Finanzsektor. Eine alte Krankheit der Linken. Schon Lenins Imperialismustheorie und Dimitroffs Faschismusdefinition waren davon infiziert. Während Marx, für den Proletarier kein Vaterland hatten, von der freien Assoziation der Individuen träumte, feiern in der Linken "Völker" fröhliche Urständ – als eingebildete revolutionäre Antipoden des Finanzkapitals. Als ob es Auschwitz nicht gegeben habe, lebt eine vermeintlich radikale Linke weiterhin im ideologischen Korsett der 20er und 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Blind dafür, was der Wahn vom "Kampf der ehrlich Arbeitenden" gegen die "Gierigen, die die Völker aussaugen" angerichtet hat, kämpft sie gegen "Bankster und Spekulanten" und übt sich im Schulterschluss mit den reaktionärsten und menschenfeindlichsten Ideologien und Regimen der Welt. Der Referent zeigt Grundzüge einer nicht regressiven, reflektierten Kapitalismuskritik als Bedingung gelingender Emanzipation auf.

Lothar Galow-Bergemann, Stuttgart, langjähriger Personalrat, schreibt u.a. in konkret, jungle world, iz3w, krisis.org und emmaundfritz.de

Einführung in die Geschichte,Theorie und Kritik des Antisemitismus

Sa, 27.07.2013, 9:00-18:00 & So, 28.07.2013, 9:00-15:00 Uhr

Seminar mit Oliver Barth, Associazione delle Talpe, eine Veranstaltung der AFA Dresden, Teil 3 einer Vortrags- und Workshopreihe zur Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus

So gut wie in allen Gesellschaften, Schichten und politischen Lagern ist antisemitisches Denken immer noch weit verbreitet und meist nicht leicht als solches zu erkennen. Dabei verrät uns Antisemitismus viel über die Struktur unserer Gesellschaft. Trotz seiner vielen Gesichter – in klassischer Form, im deutschen Erinnerungsdiskurs, als vermeidliche Kapitalismus- oder Medienkritik oder "ehrbar" in einer Kritik an Israel – Antisemitismus ist in jeder seiner Formen aufzuspüren und konsequent zu kritisieren.

Im Seminar werden wir uns Inhalt und Funktionsweise antisemitischen Denkens und Handelns erarbeiten. Dabei werden wir uns wesentliche Argumentationslinien unterschiedlicher Theorien und Kritiken des Antisemitismus wie die von Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Moishe Postone, Daniel J. Goldhagen, Klaus Holz und Detlev Claussen vergegenwärtigen und deren Unterschiede nachvollziehen. Vorweg gibt es einen knappen historischen Überblick über die Entwicklung des Judenhasses vom religiös motivierten Antijudaismus, über den Rassenantisemitismus des Nationalsozialismus bis hin zu gegenwärtigen Formen des Antisemitismus.

Oliver Barth ist Mitglied der Bremer Gruppe Associazione delle talpe und veröffentlicht u.a. in Jungle World und Phase2.

Dialektik: Denken in Widersprüchen

mittwochs, ab 17.04.2013, jeweils 18:00 - 20:00 Uhr, nicht am 01./08./22.05.2013

Ein Lesekreis in Annäherung an einen Begriff, der durch die Finger rinnt, sobald man ihn greifen will – auf Grundlage der Vorlesung „Einführung in die Dialektik“ von Theodor W. Adorno (1958), eine Veranstaltung des Netzwerk Theorie und Kritik

„Dialektik ist das Gegenteil von dem, was man sich darunter vorstellt: keine bloße Kunst der Operation, sondern der Versuch, die bloß begriffliche Manipulation zu überwinden, die Spannung zwischen dem Gedanken und dem, was unter ihm liegt, auf jeder Stufe auszutragen. Dialektik ist die Methode des Denkens, die nicht bloße Methode ist, sondern Versuch, die bloße Willkür der Methode zu überwinden und in den Begriff das mit hineinzunehmen, was nicht selbst Begriff ist.“ (Adorno)

Jede_r von uns würde so gerne mal einen Film drehen!

Fr, 12.07.2013 und Sa, 13.07.2013

Filmseminar mit Wolfgang Reinke und Alan Kučar

"Die Realität hat vielleicht bis heute noch nie jemand zu Gesicht bekommen." (Jean-Luc Godard)

Was hindert uns, unsere Filmträume in die Tat umzusetzen und die vielleicht nie gesehene Realität zu suchen und sichtbar zu machen, in eine uns eigene Sprache der bewegten Bilder zu übersetzen? Die Bequemlichkeit, sich mit eben dieser Realität auseinanderzusetzen und an ihr zu reiben? Das Seminar will einen Einblick in die Grundlagen dokumentarischer Filmarbeit geben, am Rande soll auch über die Rahmenbedingungen künstlerischer Arbeit im Kapitalismus gesprochen werden.

Alan Kučar und Wolfgang Reinke, Filmemacher aus Berlin, geben Einblick in ihr Schaffen und ihre Herangehensweise bei der (filmischen) Umsetzung ihrer Ideen. Diese Arbeit ist von Erfolgen und Hindernissen, von den alltäglichen sowie metaphysischen Zwängen kapitalistischer Ökonomie geprägt, demzufolge von der permanenten Auseinandersetzung mit den Perspektiven für eine menschliche Gesellschaft frei von Leistungswahn sowie physischer und psychischer (Selbst)Ausbeutung geprägt. Das wiederum hat auch Einfluss auf ihre eigentliche Arbeit. Vor allem aber wollen die beiden Euch Grundlagen vermitteln, wie Ihr ohne großen Aufwand, aber mit dem notwendigen Know-how selbst und relativ frei eigene Filmideen in Angriff nehmen könnt.

Work in progress

Sa, 13.07.2013, 10:00 Uhr

Frühstück und Workshop mit Wolfgang Reinke und Alan Kučar, Zweiter Teil des Filmseminars, begrenzte Teilnehmer_innenzahl, nur mit Voranmeldung

Nach einem gemeinsamen Frühstück folgt die gemeinsame Sichtung eines "Work-in-progress" (2013) und des der Idee zugrunde liegenden Trailers von Wolfgang Reinke (2009) mit anschließender Diskussion. Sind die Unwägbarkeiten dokumentarischen Arbeitens Hindernis oder Chance? Wie verändern sich Realitäten in Wirklichkeit und Film durch das Warten auf Budgets? Welche Möglichkeiten und Alternativen zu den etablierten Wegen gibt es, um sich künstlerische Unabhängigkeit und kritische Distanz zu bewahren?

Interessierte werden gebeten, sich unter mail@lunachod.net bis zum 30.6.2013 anzumelden. Weitere Informationen, ggf. zu einer fakultativen praktischen Übung im Vorfeld des Seminars bekommt Ihr per E-Mail. Die Teilnehmer_innenzahl ist auf 12 Personen beschränkt.

Nicht böse sein!

Fr, 12.07.2013, um 20:30 Uhr

Dokumentarfilm (Wolfgang Reinke und Ginés Olivares, Deutschland 2006, 95 min., FSK 12) und Filmgespräch mit Wolfgang Reinke und Alan Kučar, öffentliche Auftaktveranstaltung zum Filmseminar

Drei Männer in einer Wohngemeinschaft, 54 m2 in Berlin Kreuzberg. Sie schlafen in Küche, Bad und halbem Zimmer. Junkies, Ex-Knackis und Alkoholiker zwischen Hartz IV, dem nächsten Schuß, Wodka und Bier – der Albtraum jeder bürgerlichen Nachbarschaft. Andi träumt von einer eigenen Wohnung, Dieter muss für 100 Tage in den Bau, und Wolfgang schreibt Gedichte. In der klaustrophobischen Enge dieser Gemeinschaft benebelter Geister wirken Glück und Liebe wie Schatten einer längst vergangenen Zeit. Während es in dem Dreck, dem Chaos und der Verzweiflung zu rührenden Momenten kommt, brechen die Konflikte zunehmend stärker durch: die Stromrechnung, die Miete, die geklauten Pullis. Doch Andi bringt das scheinbar paradoxe ihrer Situation auf den Punkt: "Kein Mensch lebt doch gern alleine!"

Neben dem Hauptfilm gibt es einen Überraschungsvorfilm mit Einführung durch Alan Kučar mit dem Thema: Welche Chance bietet die Krise des Kapitalismus uns als Künstler_innen? Nach den beiden Filmen folgt ein Filmgespräch sowie ein Kurzvortrag von Wolfgang Reinke zum Entstehungsprozess seines Dokumentarfilms und den Grundlagen dokumentarischen Arbeitens.

Geschichte der Antisemitismusdebatte in der deutschen Linken

Do, 11.07.2013, um 20:00 Uhr

Vortrag von Peter Nowak, eine Veranstaltung der AFA Dresden, Teil 2 einer Vortrags- und Workshopreihe zur Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus

Über den Antisemitismus in der linken Bewegung ist in den letzten 20 Jahren viel geschrieben worden. Doch warum hat gerade dieses Thema eine solche Sprengkraft entwickelt, dass langjährige politische Zusammenhänge, alte politische Freundschaften und viele Wohngemeinschaften daran in die Brüche gegangen sind? Oft sind die politischen Zusammenhänge nicht mehr bekannt, die dafür sorgten, dass diese Debatte in Deutschland einen solchen Stellenwert bekommen hat. Der Journalist Peter Nowak hat in der edition assemblage die Kurze Geschichte der Antisemitismusdebatte herausgegeben, in der an einige bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts unter Anderem von Wolfgang Pohrt und Moishe Postone verfasste Grundlagentexte zur Antisemitismusdebatte erinnert wird, die erst nach 1989 in den Teilen einer Linken rezipiert wurde, die sich kritisch mit Staat und Nation auseinanderzusetzen begannen.

Auf der Veranstaltung soll auch an konkreten Beispielen aufgezeigt werden, wie sich der Fokus der Antisemitismusdebatte von der Politik in Deutschland auf den Nahen Osten verlagerte und welche politischen Implikationen damit verbunden waren. Besonders die gravierenden Auswirkungen, die die islamistischen Anschläge vom 11.09.2001 auf die Antisemitismusdebatte hatten, soll genauer dargestellt werden. Schließlich soll ein Vorschlag zur Versachlichung zur Diskussion gestellt werden, der an Diskussionen anknüpft, wie sie in der letzten Zeit in linken Zusammenhängen geführt wurde, die weder ein Interesse daran haben, dass sich die Antisemitismusdebatte ständig nur wiederholt, die aber auch nicht bereit sind, bestimmte in der Auseinandersetzung mit regressiven Antizionismus und verkürzter Kapitalismuskritik gewonnene Grundlagen aufzugeben.

Peter Nowak lebt in Berlin und arbeitet als Journalist unter Anderem für die Jungle World und das Onlinemagazin Telepolis. Texte finden sich auf seiner Homepage.

Israel und seine Feinde

Do, 04.07.2013, um 20:00 Uhr

Vortrag von Sebastian Mohr und Tilman Tarach, eine Veranstaltung der AFA Dresden, Teil 1 einer Vortrags- und Workshopreihe zur Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus

Handelt es sich beim Kampf gegen Israel, den Araber schon Jahrzehnte vor der Staatsgründung führten, um einen Kampf gegen Ungerechtigkeit und Besatzung, oder geht es vielmehr gegen jede souveräne jüdische Präsenz in der Region? Neben dem Stellenwert der Gründung Israels möchte diese Veranstaltung auch die "andere Seite" beleuchten: Die Gründung und Geschichte der "Palästinensischen Befreiungsorganisation" (PLO), die bis heute auf Seiten der Palästinenser der einzige Verhandlungspartner ist, der für Israel zur Verfügung steht. Wie antisemitisch ist die Organisation, die einerseits seit Jahrzehnten in den internationalen Terrorismus verstrickt ist, und andererseits permanente Solidarität der internationalen Gemeinschaft genießt?

Dr. Tilman Tarach erläutert die Geschichte und Bedeutung der israelischen Staatsgründung. Er zeigt dabei auf, wie und warum aus dem alten antisemitischen "Gerücht über die Juden" das antizionistische "Gerücht über Israel" geworden ist. Tilman Tarach lebt in Berlin und Freiburg und ist Jurist sowie Autor des Buches Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die "Protokolle der Weisen von Zion" und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt (mit einem Vorwort von Henryk M. Broder, Edition Telok 2011). Artikel von ihm erschienen in "Konkret", "Jüdische Allgemeine" und "Jerusalem Post".

Sebastian Mohr wird anhand der Biografie Yassir Arafats die Genese der PLO erklären. Dabei wird er sowohl auf die Beziehungen der PLO zum internationalen Terrorismus, als auch auf die neusten Entwicklungen der PLO unter dem derzeitigen Vorsitzenden MahmudAbbas eingehen. Sebastian Mohr ist Mitarbeiter des "Mideast Freedom Forum Berlin", des Bündnisses "Stop The Bomb" sowie Vorstandsmitglied der deutschen Sektion der "Scholars for Peace in the Middle East".

Zwangsräumung verhindern!

Mi, 03.07.2013, um 20:00 Uhr

Info- und Diskussionsveranstaltung von und mit der Berliner Kampagne Zwangsräumung verhindern!

Vor einigen Monaten starb eine Berliner Rentnerin nach einer Zwangsräumung in einer Notunterkunft. Dass dieser Vorfall ein bundesweites Medienecho hervor rief, geht vor allem auf das politische Engagement des Bündnis' Zwangsräumung verhindern zurück, welches sich aktiv gegen steigende Mieten und Verdrängung wehrt. Durch gemeinsame Ämterbesuche, Kundgebungen und zu guter letzt Sitzblockaden wurden zahlreiche Zwangsräumungen bereits verhindert!

Nach einer Schätzung des Mieterbunds finden bundesweit rund 70.000 Zwangsräumungen pro Jahr statt, Tendenz steigend. Betroffen sind vor allem HartzIV-Empfänger_innen, deren steigende Mietkosten vom JobCenter nicht mehr übernommen werden. Laut Bündnis sind "Zwangsräumungen die gewalttätigste Form der Verdrängung". Finanzschwache Menschen werden so aus angesagten Stadtteilen vertrieben.

Zwangsräumungen sind kein privates Problem! Sie sind Ausdruck einer Gesellschaft, in der die Menschen über ihren Marktwert definiert werden. Sie sind Bestandteil eines kapitalistischen Systems von Zwängen, in dem der ökonomische Druck der Verhältnisse und deren politische und bürokratische Absicherung Hand in Hand gehen.

Wie es dem Berliner Bündnis gelungen ist, dass Hunderte auf die Straße gehen um Zwangsräumungen zu verhindern, davon wird ein Aktivist berichten. Im Anschluss ist Zeit für Austausch und Diskussion. Was tut sich in Dresden? Wieviele Zwangsräumungen werden hier eigentlich vollzogen und gibt es die Bereitschaft gegen steigende Mieten und Verdrängung aktiv zu werden?

Fukushima, Nojukusha und Freeter Gewerkschaft - Soziale Bewegungen in Japan

Fr, 21.06.2013, um 20:00 Uhr

Dokumentarfilmvorführung mit Sigrid Oberer und Tsukasa Yajima

In Anwesenheit der Filmemacherin Sigrid Oberer und des japanischen Fotojournalisten Tsukasa Yajima werden drei Kurzdokumentarfilme zu Sozialen Bewegungen in Japan gezeigt. Die Filme sind Teil des Dokumentarfilmprojektes "Action in Asia - Soziale Bewegungen in Südost- und Ostasien".

Im ersten Film wird die 60-jährige Geschichte der japanischen Anti-Atom-Bewegung aufgerollt. Diese reicht vom erfolgreichen Kampf der FischerInnen der Insel Iwaishima über das geplanten Endlager in Rokkasho bis hin zur jüngsten atomaren Katastrophe im AKW Fukushima Daiichi.

Im zweiten Film des Abends wird der Alltag und die Selbstorganisierung der Nojukusha, der obdachlosen Arbeiter, in Japans Metropolen gezeigt. Diese Tagelöhner werden für prekärste Arbeiten eingesetzt, darunter auch in Kernkraftwerken.

Der letzte Film begleitet die GewerkschafterInnen der "Freeter Union" bei ihren Arbeitskämpfen und zeigt, wie Solidarität mit Witz und Engagement funktioniert.

In der anschließenden Diskussion erklären die anwesende Filmemacherin und der japanische Fotojournalist die Verbindungen zwischen Fukushima und den gezeigten sozialen Bewegungen und beantworten Fragen aus dem Publikum.

Aufstand in der Türkei

Do, 13.06.2013, um 20:00 Uhr

Bericht und Diskussion mit Vertreter_innen des türkischen Akademiker- und Studierendenverbands, eine Veranstaltung der Gruppe "Außer Kontrolle"

Alles begann, als Bagger am 27.05. Bäume im Gezi-Park in Istanbul niederreißen wollten und Stadtaktivist_innen sich dagegen wehrten. Die darauf folgende Polizeigewalt löste eine Welle des Widerstands im ganzen Land aus. Es geht längst nicht mehr nur um den Park! Die Proteste richten sich nunmehr gegen die gesamte Politik der autoritären AKP-Regierung. Unter anderem werden Vertreter_innen des türkischen Akademiker- und Studierendenverbands kurz über die aktuelle Lage berichten. Danach wollen wir gemeinsam diskutieren, wie wir Solidarität mit den Aufständischen zeigen können. Denn... HER YER TAXIM – HER YER DEREMIŞ Taxim ist überall – Widerstand ist überall!

Vortrag an eine Torte

Sa, 25.05.2013, um 19:00 Uhr

Performance von Su-Ran Sichling, ein Projekt von Daniela Hoferer und Julia Gaisbacher, im Rahmen der Ausstellung "Denn das Schöne ist nur des Schrecklichen Anfang"

Arbeit auf Teufel komm raus

Mi, 08.05.2013 bis Fr, 24.05.2013

Ausstellung vom und in Dank an abfallGUT Dresden e.V., über Sinn und Unsinn von Erwerbsarbeit

"Fast überall wird heute die schöne Frage gestellt, was kommt, wenn die Arbeit geht. Alle fluchen auf die Arbeit, alle verwünschen sie, aber sobald die Drohung am Horizont erscheint, daß uns bald die Arbeit ausgeht, entsteht ein furchtbares Gejammer. ..." (H.-J. Rieseberg)

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Wir wollen nicht alle Menschen auf die faule Haut legen. Erwerbsarbeit bleibt notwendig. Aber mit Erwerbsarbeit für alle und überall ist es endgültig vorbei.

Die damit verbundenen Probleme, Verwirrungen und Lösungsversuche sind Thema der Ausstellung. Entgegen der üblichen Politik sehen wir vier große Zielstellungen, welche gesellschaftlicher Konsens werden sollten:

  • Reduzierung der Erwerbsarbeit und dadurch Senkung des Ressourcenverbrauchs (Verringerung von Konsum, Energieverbrauch, Verkehr etc.),
  • gerechte Verteilung der vorhandenen Erwerbsarbeit,
  • Abkopplung der sozialen Sicherungssysteme von der Erwerbsarbeit,
  • Existenzsicherung und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, die keine Erwerbstätigkeit finden bzw. wollen.

Ab sofort ist die Ausstellung in der kosmotique ausleihar anstatt im abfallGUT: Der Verleih ist kostenlos! Die Ausstellung besteht aus 11 laminierten Tafeln 594 x 630 mm mit Hängeösen. Bei Interesse schreibt eine Mail an: betreiber_innen (at) kosmotique.org

Wider die begriffslose Ohnmacht - Zur "faschistischen Option" in Ungarn

Mi, 22.05.2013, um 20:30 Uhr

Vortrag von Stephanie Teistler und Stefan Weise

Die Entwicklungen in Ungarn sind mehr als beunruhigend. Lange außerhalb des Fokus hiesiger Medien wächst das Interesse an den politischen und gesellschaftlichen Prozessen vor Ort nur langsam. Schlägt sich Kritik Bahn, dann meist unter Verweis auf eine Zunahme staatsautoritärer Züge der Regierung Orban im Sinne eines angeblichen Rechtspopulismus. Doch wird diese Bezeichnung den aktuellen Entwicklungen gerecht?

Der Vortrag wird ausgehend von aktueller Faschismustheorie die Entwicklungen in Ungarn beleuchten. Unter Aspekten der Geschichte Ungarns, vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zu den tagesaktuellen Entwicklungen im Jahr 2013 - ein knappes Jahr vor den anstehenden Wahlen in Ungarn - möchten wir Entwicklungen nicht nur benennen, sondern diese auch in einen analytischen Rahmen einordnen sowie die politischen Akteure vorstellen. Ausgehend davon soll die Frage diskutiert werden, ob Ungarn Gefahr läuft, das erste faschistische Land des 21. Jahrhunderts in der Europäischen Union zu werden.

I feel like dancing! FRAME 3

Mi, 08.05.2013, um 20:30 Uhr

Quiz präsentiert von Radiokollektiv Volume Mascara Murmansk RVMM, zum Tag der Befreiung: The Kneipenquiz, Angst und Schrecken für Verlierer, you know what I mean!

68 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus wollen gefeiert sein. RVMM befreit Euch an diesem Tag vom unnützen Wissen und feiert mit den Fragen aller Fragen pop(kulturell)- Befreiung. Was ist links, oder auch nicht? Ist das Private politisch, oder hat Dresden eine spezielle Spielart des Privaten, huhu? Ist Pietät bürgerlich oder lästig? Wo sind die Grenzen der Aufklärung oder ist Elvis wirklich tot? Um Wodka, Fame & Glory abzuräumen braucht Ihr nur drei lovely Köpfe im Team, die sich in acht Runden den Fragen stellen. Schnappszahl und Befreiung united bis die Rote Armee kommt!

Anmeldung Eurer Teams bitte unter: rvmm(at)coloradio.org

Die reguläre Öffnungszeit entfällt an diesem Tag.

"Und keine Macht der Partei!" - Dresdner Anarchismus in Weimarer Republik und NS

Mi, 10.04.2013, um 19:30 Uhr

Vortrag, eine Veranstaltung des "Interessenkreis Dokumentation" im Libertären Netzwerk FdA IFA, im Rahmen der Reihe "Think about"

Während nach der verlorenen Räterevolution 1919 staatsbefürwortende Parteien wie KPD und SPD um Einfluss unter der Arbeiterbewegung rangen, vergrößerte sich auch die anarchistische Bewegung in Dresden und Umgebung. Während der Weimarer Republik entstanden so ca. 40 anarchistische Gruppen in der Region und eine Vielzahl lokaler und reichsweiter Medien wurden gegründet. Es kam zu Großveranstaltungen, Demonstrationen und Streiks, aber auch immer wieder zu Hausdurchsuchungen und Verboten. Ab Mitte der 1920er sanken die Mitgliederzahlen und die Organisationen stellten sich auf einen längeren Kampf bis zur Möglichkeit einer sozialen Revolution ein. Als 1933 der Faschismus schließlich an die Macht gelangte, blieben viele Aktivist_innen weiter im Untergrund aktiv und bezahlten dafür meist mit langjährigen Haftstrafen oder dem Tod. Der „Interessenkreis Dokumentation“ (Libertäres Netzwerk FdA IFA) gibt mit dieser Veranstaltung einen ersten Überblick über seine zweijährige Recherchearbeit und stellt Gruppen, Ereignisse und Einzelpersonen vor.

Referent: Wolf Meyer, Mitglied in der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen und der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union. Zum besseren Verständnis des Vortrags ist ein grober Überblick über die maßgeblichen Ereignisse der Weimarer Republik empfohlen, jedoch nicht zwingend notwendig.

Kapitalismus in der Krise und Deutsche Härte

Sa, 16.03.2013, um 19:00 Uhr (Input) und So, 17.03.2013, um 14:00 Uhr (Workshop)

Workshop, mit begrenzter Teilnehmer_innenzahl, verbindlicher Voranmeldung bitte per Mail an betreiber_innen (at) kosmotique.org

Die Krise dreht weiterhin sichtlich unbeeindruckt ihre Runden und hinterlässt ihre Spuren in Gestalt der Verelendung, Verarmung und sozialen Exklusion einer immer größer werdenden Anzahl Menschen. In Deutschland, im stillen Auge des Krisenorkans, behagt es jedoch noch immer vielen der hier lebenden, und selbst die radikale Linke, die gerne Sätze wie „Aber hier leben, nein Danke!“ skandiert, kann sich dem Sog der öffentlichen Meinung kaum je entziehen und hofft, die Krise möge einen größeren Bogen um ihr Leben machen.“ (aus: „Es gilt, Dinge zu verstehen, die hier passieren!“ Von der Kritik regressiver Kollektivität zur Affirmation des bürgerlichen Individuums. Gruppe nevergoinghome. In: Phase2, Nr. 44, Herbst 2012)

Mit dem Ausbruch der Staatsschuldenkrise im Euro-Raum (kurz Euro-Krise) seit 2009 beobachten wir den Machtzuwachs, die hegemoniale Position Deutschlands und die von Deutschland betriebene Austeritätspolitik gegenüber den so genannten Krisenländern mit enormer Verärgerung. Insbesondere vor dem Hintergrund der langfristigen Folgen, die die deutsche Besatzung, Ausplünderung und Zerstörung Griechenlands nach sich gezogen hat, gerät die Rede von den "faulen Südländern" und den "Pleitegriechen" zu einer Dreistigkeit, der wir unsere besondere Aufmerksamkeit widmen wollen. Das deutsche Agieren in der Euro-Krise soll daher Gegenstand eines Workshops sein. Am Samstag, dem 16. März, wird es in einer Abendveranstaltung zunächst darum gehen, den bisherigen Verlauf der Wirtschaftskrise seit deren Beginn Revue passieren zu lassen. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit Austeritätspolitik und den sie durchsetzenden Institutionen.

Am Sonntag wollen wir uns in dem Workshop „Deutsche Härte“ mit der besonderen Rolle Deutschlands bei der europäischen „Krisenbewältigung“ bzw. dem neoliberalen Fitmachen Europas für den globalen Wettbewerb auseinandersetzen. Das Ganze soll vor der Folie der deutschen Besatzung und Ausplünderung Griechenlands zwischen 1941 bis 1944 diskutiert werden. Von den nicht geleisteten Reparationszahlungen bis zu den erzwungenen, umfassenden Sparprogrammen, die die griechische Arbeits-, Wirtschafts- und Sozialpolitik betreffen, wollen wir das Agieren Deutschlands unter die Lupe nehmen. Uns ist bewusst, dass es sich beim hegemonialen Auftreten Deutschlands nur um einen kleinen Ausschnitt in der globalen Wirklichkeit der kapitalistischen Krise handelt, wir wollen aber dennoch mit diesem Aspekt beginnen und mit weiteren Workshops die Themenfelder erweitern.

Im Anschluss wollen wir mit Euch diskutieren, wie eine emanzipatorische Organisierung in der oder gegen die Krise bzw. Kapitalismus aussehen kann, ob lokale Interventionen möglich sind, ob die Teilhabe an Blockadeaktionen (M31, Blockupy) eine Möglichkeit der Solidarisierung sein kann oder ob nicht eigentlich negative Krisenlösungsphänomene (Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus, Sozialdarwinismus, Separationsbestrebungen etc.) unsere ausschließliche Aufmerksamkeit beanspruchen sollten.

Der Workshop soll der Anfang einer kontinuierlichen Beschäftigung mit der Krise im speziellen, den kapitalistischen Zumutungen im Allgemeinen und Möglichkeiten der Überwindung des Kapitalismus sein. Wir möchten explizit Menschen zu einer Teilnahme einladen, die langfristig mit uns an diesen Themen arbeiten, Positionen und Handlungsoptionen entwickeln wollen!

Vorbereitung / Textempfehlungen

Swing & Antifa IV

Do, 07.02.2013, um 20:00 Uhr

Film oder Diskussion, t.b.a., in der Reihe "Swing & Antifa", Shim Sham im Anschluss

Swing & Antifa

Do, 17.01.2013 bis Do, 07.02.2013, jeden Do um 20:00 Uhr

Vortrag- und Filmreihe mit Shim Sham, eine Veranstaltung von kosmotique & swinging friends

"Wer den Swing in sich hat, ob er im Saal steht oder auf der Bühne, kann nicht mehr im Gleichschritt marschieren." (Coco Schumann)

Swingmusik und Lindy Hop-Tanzen waren in den 1920er und 30er Jahren groß in Mode. Aus Harlems Tanzsäalen über den Großen Teich kommend, fanden die wilden Tänze auch hierzulande schnell begeisterte Anhänger_innen. Mit seinen rhythmischen Wechseln zwischen On- und Offbeat, seiner Improvisationslust und Variationsfreude – nicht nur hinsichtlich der Figuren, sondern auch der Rollen der Tanzpartner_innen (Leader und Follower) – stand dieser gleichzeitig wilde wie mondän-urbane Stil wie kein anderer zuvor für Lebensfreude, Freiheit, sexuelle Freizügigkeit und Selbstbestimmung. Die damit verbundene Lebensweise stellte ganz klar eine Absage an die in Nazi-Deutschland propagierte völkisch-rassistische Ideologie dar. Die sich insbesondere in Großstädten wie Hamburg, Frankfurt und Berlin konzentrierende deutsche Swing-Szene wurde von den Machthabern dementsprechend als oppositionelle Jugendbewegung eingestuft und verfolgt. Dezidierte Gesellschaftskritik übten die meisten Lindy Hopper allerdings nicht, sondern wollten "nur ihren Spass haben" und ein bisschen "Off Beat" sein, was zur Folge hatte, dass die meisten ihre Passion bald aufgaben.

Die Veranstaltungsreihe "Swing & Antifa" widmet sich der historisch-politischen Bedeutung von Swing und Lindy Hop im nationalsozialistischen Deutschland, die in der aktuell wieder aufflammenden Begeisterung für diesen Musik- und Tanzstil bislang eher selten gewürdigt wird. Wir richten uns damit sowohl an die Lindy Hop Begeisterten, die sich für die Geschichte interessieren, als auch an Antifas, die bisher noch nicht den Swing tanzen.

Nach den Filmen und Vorträgen wollen wir mit Euch den Shim Sham tanzen - eine originale Lindy Hop Choreographie, die nicht als Paartanz angelegt ist, sondern gemeinsam in einer Gruppe improvisiert wird. Gleichzeitig wollen wir darüber diskutieren, inwieweit ein Tanz – unabhängig davon, wie unkonventionell und tradtionelle Muster durchbrechend er auch sein mag – als probates Protestmittel gegen Neonazi-Demonstrationen eingesetzt werden, also ob und unter welchen Bedingungen ein Tanz ein politisches Statement sein kann.

"It Ain't What You Do, It's the Way That You Do It!, ... It's the Time That You Do It!, ... It's the Place That You Do It!" (Jazz tune lyrics, Melvin "Sy" Oliver and James "Trummy" Young)

Lindy Hop und Antifaschismus. Swingtanzen zwischen Anpassung und Widerstand

Do, 31.01.2013, um 20:00 Uhr

Vortrag von Juliane Hummitzsch, in der Reihe "Swing & Antifa", Shim Sham im Anschluss

Audio download (mp3, 62.35 MB) Audio stream (m3u playlist)

Der Vortrag widmet sich der Darstellung der Vergangenheit und Gegenwart des Lindy Hop-Tanzens in den USA, Europa und Deutschland und befasst sich sowohl historisch als auch tanztheoretisch mit dem Verhältnis von Momenten von Widerstand und Anpassung an gesellschaftliche Verhältnisse und kapitalistische Taktung im Lindy-Hop-Tanzen.

Juliane Hummitzsch hat Psychologie und Philosophie studiert und promoviert derzeit zu einem psychoanalytischen Thema. Sie tanzt selbst seit vier Jahren Lindy Hop und unterrichtet in der Swing-Kantine Bremen. Sie ist Autorin und Mitherausgeberin der Bremer Zeitschrift "Extrablatt. Aus Gründen gegen fast alles". 2008 erschien dort ihr Text "›... in the way of Lindy Hop. Swingtanzen zwischen Anpassung und Widerstand."

Der Swing-Film

Do, 24.01.2013, um 20:00 Uhr

Spielfilm, in der Reihe "Swing & Antifa", Shim Sham im Anschluss

Schlurf - im Swing gegen den Gleichschritt

Do, 17.01.2013, um 20:00 Uhr

Dokufiktionaler Film von Monica Ladurner und Wolfgang Beyer, 2007, in der Reihe "Swing & Antifa", Shim Sham im Anschluss

Ein Schlurf trägt lange Haare, kariertes Sakko, weite Hosen und Schuhe mit dicken Absätzen. Doch nicht sein Erscheinungsbild macht ihn zum Schlurf, sondern seine Liebe zur Jazz-Musik. Eine Musik, die bei den Nazis als "entartet" gilt. Deshalb unterdrücken und verfolgen sie deren Anhänger, ob sie nun in Österreich "Schlurfs", in Deutschland "Swing Kids", in Frankreich "Zazous" oder in der Tschechoslowakei "Potapkis" heißen. Viele dieser Jugendlichen machen aus ihrer Abneigung gegen Zöpfe und Kurzhaarschnitt, Marschmusik und Gleichschritt keinen Hehl. "Schlurf - Im Swing gegen den Gleichschritt" ist ein Film über eine auch nach 1945 häufig missverstandene Jugendbewegung und eine Dokumentation über nationalsozialistische Kontrollsucht, die auch vor dem heimischen Radio nicht Halt machte.

Wir gründen ein Hausprojekt. Typische Konflikte und Wege zur Lösung

So, 18.11.2012, um 14:00 Uhr

eine Veranstaltung der Gruppe Dach überm Kopf, in der Reihe "Wir gründen ein Hausprojekt"

In langfristigen Projekten sind Konflikte nicht nur unvermeidbar, sondern oft auch Wegweiser für zukünftige Entwicklungen. Damit Konflikte fair gelöst werden können, ist es allerdings wichtig, sich bereits in frühen Projektphasen mit dem “Ernstfall” auseinander zu setzen. Das RGW Beratungsbüro aus Berlin berät seit Jahrzehnten Kollektive und stellt bewährte Strategien vor.

Kartoffeln und Computer

So, 18.11.2012, um 19:00 Uhr

Lesung und Diskussion mit P.M., präsentiert von Buchladen König-Kurt und kosmotique

Der Autor von bolo'bolo lässt sich noch immer auf Utopien ein. Mit seinen beiden im August 2012 bei Edition Nautilus erschienenen Neuveröffentlichungen stellt er sich erstmals in Dresden der Diskussion.

Silvio-Meier-Demo

Do, 08.11.2012, um 19:00 Uhr

Infoveranstaltung mit RAA Sachsen und Akubiz Pirna (angefragt), organisiert von Gruppe raddix

Alltagsrassismus ist nicht nur in Berlin ein Problem und die Mörder_innen des NSU stehen nicht als Einzeltäter_innen und versprengte Irre da. Konkret möchten wir über die Verhältnisse in Dresden und Ostsachsen sprechen und Euch/Sie alle einladen, mit uns zur diesjährigen Silvio-Meier-Demo nach Berlin zu fahren. mehr Info

Eat the rich, drink with the poor

So, 21.10.2012, um 11:00 Uhr

Schmackhafter, veganer Brunch, in gewohnt angenehmer, kosmopolitischer Atmosphäre. Im Anschluss folgt die Filmvorführung von »Work Hard, Play Hard«.

Work Hard, Play Hard

So, 21.10.2012, um 13:00 Uhr

Preisgekrönter Dokumentarfilm von Carmen Losmann, 90 min, in deutscher Sprache

In der schönen neuen Arbeitswelt der wissensbasierten Gesellschaft gilt es, aus den »Human Resources« das Meiste herauszuholen. Das geschieht weniger durch unmittelbaren Zwang, sondern mittels subtilerer Maßnahmen zur Leistungs- und Motivationssteigerung: mittels Architektur, die einerseits die Arbeitsumgebung vergessen macht, andererseits Privates verhindert, was an ein Leben jenseits der Arbeit erinnern könnte; durch ständig angestoßene Selbstkontrolle (wo liegen meine Schwächen und gegebenenfalls weitere Potentiale?); durch »Meetings« zum »Change«, wo sich in der fehlgeleiteten Unternehmenskultur auf die Motivation der Beschäftigten der niederen Hierarchieebene eingeschworen wird ...

Der Film hält eine permanente, kühle Distanz zwischen Zuschauer_innen und Protagonist_innen aufrecht. Vollständig ohne Kommentar sprechen die Führungskräfte und solche, die es werden wollen, für sich. Dabei schwankt die Zuschauer_in beständig zwischen Komik, Grusel, Mitleid und Wiedererkennung.

Trailer

Brot & Salz

Sa, 15.09.2012 bis So, 21.10.2012

Ausstellung, wurde vom 02.06.2012 – 28.07.2012 im Kunstraum Peripherie - Galerie für zeitgenössische Kunst Coburg gezeigt

Brot und Salz sind die Gaben, die für eine gute Nachbarschaft, für die Hoffnung auf Wohlstand und für die Idee des Gast-, Schutz- und Freundschaftsrechtes eine große Rolle spielen.

Anlässlich der im März 2012 in Würzburg begonnenen und sich verstärkenden Proteste Asylsuchender gegen ihre unwürdigen Lebensbedingungen zeigen wir gefaxte Arbeiten von internationalen Künstler_innen und Theoretiker_innen, die Gesten des „Willkommen Heißen“ thematisieren und problematisieren. Die Faxe untersuchen Gesten der Selbstverständlichkeit und Aufgeschlossenheit, problematisieren aber auch die Rollen der/des Begrüßenden. Die Künstler_innen wurden angefragt, ein Fax mit dem Medium Ihrer Wahl zu senden (Skizze, Handlungsoption, Zeichnung/Zeichen, Text...).

Bei Verkauf der Faxe kommt der Erlös den aktuellen antirassistischen Kämpfen zu gute.

Eingeladene Künstler_innen: Mary Jo Bole (Columbus/Ohio, USA), Inge Brandl (München), Svea Duwe (Dresden), Arne Johnsson (Lindesberg, Schweden), Annette Knol (Berlin), Caroline Molousson (Bordeaux, Frankreich), Michael G. Schröder (Dresden), Tim Sharp (Wien, Österreich), Lisa Stöhr (Kronach), Giuseppe Summa (Rom, Italien), Falk Töpfer (Dresden/Barcelona), David Virgien (München), Melissa Vogley-Woods (Columbus/Ohio, USA), Kathrin Wolf (Hamburg)

thecaravan.org / thevoiceforum.org / breakisolation.blogsport.de

Polizeigewalt in Kolumbien

am Fr, 07.09.2012, um 19:30 Uhr

Vortrag auf spanisch mit Übersetzung einer Aktivistin von KOP Berlin, eine Veranstaltung von KOP Dresden

Yuri ist Aktivist gegen Polizeigewalt, Polizeibrutalität, politische Verfolgung und politische Bedrohung. Vor sechs Jahren haben Polizist_innen seinen Sohn am Rande eine Demonstration in Bogotá zu Tode geprügelt. Auf der Suche nach der Wahrheit hat Yuri Bedrohung und Verfolgung erlebt und sah sich mit der völligen Immunität der kolumbianischen Polizei konfrontiert. Er lebt im Exil in Spanien.

Griechenland und die Euro-Krise: Debtocracy and Catastroika

am So, 02.09.2012, um 17:00 Uhr

Filme: "Debtocracy" und "Catastroika. privatization goes public", griechisch/englisch mit deutschen Untertiteln

Die Euro-Krise spitzt sich weiter zu. Ihren Mittelpunkt bildet Griechenland, das sich seit Beginn der Weltwirtschaftskrise 2008 in einer schweren Rezession befindet.

In dem 2011 entstandenen Dokumentarfilm "Debtocracy" beleuchten die Journalist_innen Katerina Kitidi und Ari Hatzistefanou die Hintergründe der griechischen Schuldenkrise und stellen sie in einen globalen Kontext. An den Beispielen Ecuador und Argentinien zeigt der Film Alternativen zu Sozialabbau und Privatisierung auf und liefert damit ein Gegenkonzept zum "Austerity Plan" der Troika. Dazu diskutieren Katerina Kitidi und Aris Chatzistefanou mit Ökonom_innen, Journalist_innen und Intellektuellen aus aller Welt, die die Entwicklung Griechenlands bis hin zur aktuellen Krise beobachtet haben. Zu Wort kommen David Harvey, Samir Amin, Costas Lapavitas, Alain Badiou u.a.

Im April 2012 folgte der Dokumentarfilm "Catastroika". Im Mittelpunkt steht der bevorstehenden totale Ausverkauf Griechenlands unter dem Deckmantel unumgänglicher, Budget entlastender Privatisierung. Die Filmemacher_innen sammelten Informationen über Privatisierungsprozesse, die andernorts bereits stattgefunden haben - in Kalifornien, England, Ostdeutschland, Frankreich, Italien und Russland. Slavoj Zizek, Naomi Klein, Luis Sepulveda, Ken Loach, Greg Palast u.a. beurteilen die Kürzungs- und Veräußerungsmaßnahmen der unter Druck stehenden griechischen Regierung und erklären die Zusammenhänge zwischen Finanzmarktkrise und den Angriffen auf die Demokratie.

"Debtocracy" und "Catastroika" wurden von der Öffentlichkeit, die sowohl finanziell als auch mit Ideen zu seiner Entstehung beigetragen haben, co-produziert. Sie stehen unter der Creative Commons Lizens kostenfrei zur Verfügung.

Kaltland. Eine Sammlung

am So, 19.08.2012, um 19:00 Uhr

Lesung mit Markus Liske und Manja Präkels

Die Brandanschläge in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen haben sich als Horror­szenarien eines neuen Rassismus nach der Wende in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt. Umso bemerkenswerter ist es, dass in den zahllosen Wenderomanen weder die Opfer eine klare Stimme erhalten noch die Neonazis und Skinheads eine Rolle spielen. Zwanzig Jahre danach füllt "Kaltland" diese Leerstelle mit Erzählungen, autobiografischen Geschichten und Originaltönen prominenter Autoren und Künstler.

The truth lies in Rostock

am Di, 14.08.2012, um 22:00 Uhr

Film über die Pogrome 1992 in Rostock-Lichtenhagen

Die Videoproduktion „The Truth lies in Rostock“ entstand 1993 unter maßgeblicher Beteiligung von Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Geschehnisse im attackierten Wohnheim befanden. Deshalb zeichnet sich die Produktion nicht nur durch einen authentischen Charakter aus, sondern versteht sich auch Jahre danach als schonungslose Kritik an einer Grundstimmung in der bundesrepublikanischen Gesellschaft, die Pogrome gegen Migranten oder einfach nur „anders aussehende“ überhaupt erst möglich macht.

Eine Montage von Videomaterial, gedreht aus den angegriffenen Häusern heraus, Interviews mit Anti-FaschistInnen, den vietnamesischen VertragsarbeiterInnen, der Polizei, mit Bürokraten, Neonazis und Anwohnern. Eine Dokumentation über das heimliche Einverständnis der Politik und über die verbreitete Angst.

Grenzenlose Solidarität - 20 Jahre Rostock-Lichtenhagen

am Do, 09.08.2012, um 20:00 Uhr

Infoveranstaltung und Filmvorführung zur Demonstration durch Rostock-Lichtenhagen am 25.08.2012, Kampagne "Rassismus tötet"

Im August jähren sich zum 20. Mal die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen. Ende August 1992 hatten Neonazis tagelang das Asylbewerberinnenheim im "Sonnenblumenhaus" in der Mecklenburger Allee, unter dem Beifall und Schutz der Rostocker Bürgerinnen und Bürger und unter den Augen der Polizei, über mehrere Tage angegriffen. Das Haus brannte in den unteren Etagen aus und die MigrantInnen konnten sich in letzter Minute über das Dach in Sicherheit bringen. In der Folge sind 200 Menschen abgeschoben worden und schließlich wurde Rostock-Lichtenhagen auch zum Aufhänger für die de-facto Abschaffung des Asylrechts in Deutschland.

Um an die Pogrome und das Leid der Betroffenen zu erinnern, sowie die Aktualität von Ausländerfeindlichkeit, Rassismus in der sogenannten bürgerlichen Mitte und Neonazigewalt anzuprangern, wird es am 25.08. eine Demonstration durch Rostock-Lichtenhagen geben. Mehr Infos und Aktionen zum Thema gibts auf der Seite der Kampagne "Rassismus tötet". Aus Dresden wird ein Bus zur Demo nach Rostock fahren. Tickets gibt's für 15€ in der Martin-Luther-Straße 33 (Mo), in der Kosmotique (Di) und im Trotzdem.

Presseworkshop

am Sa, 04.08.2012, 15:00 - 18:00 Uhr

eine Veranstaltung des Referat politische Bildung am Stura (TUD)

Wieder nicht in der Zeitung? Es werden Aktionen gemacht, Veranstaltungen durchgeführt - eine breitere Öffentlichkeit kriegt davon aber meist wenig mit. Viele Ankündigungen und Pressemitteilungen schaffen es kaum, den Dunstkreis der linken Szene zu verlassen.

Um dem Abhilfe zu schaffen, richtet sich dieser Workshop explizit an politische Gruppen in Dresden (und Umgebung). Ziel ist es, die lokalen Akteure selbst in die Lage zu versetzen, einen verbesserten Umgang mit der Presse zu führen und ihre Anliegen somit stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.

Grobablauf:

  1. Theorie: Warum Pressearbeit? Was macht ein Ereignis zur Nachricht?
  2. Schreiben einer Pressemitteilung oder eines Berichts. (W-Fragen, Aufbau, Formulierung und Sprache, typische Fehler, 4-Augen Prinzip)
  3. Öffentlichkeitsarbeit und PR (Presse beobachten = Inhalte richtig platzieren können, Umgang mit Fehlern, Umgang mit JournalistInnen, Social Media – Möglichkeiten und Grenzen)
  4. Praxispart

Wichtig: Wenn Ihr als Gruppe oder Einzelperson teilnehmen wollt, bitten wir Euch um eine Anmeldung. Wegen begrenzter Plätze wäre es gut, wenn pro Gruppe nur 1-2 Personen teilnehmen. Wenn möglich, sollte von den Teilnehmenden ein Laptop mitgebracht werden. Es wird auch einen Praxispart geben, in dem verschiedene Pressemitteilungen auf gute und weniger gute Aspekte untersucht werden sollen. Schön wäre es, wenn ihr selbst im Vorfeld eine eurer alten PM's an uns schickt.

Einführung in die Antipsychiatrische Theorie

am Fr, 13.07.2012, um 20:00 Uhr

Vortrag von David Wichera, eine Veranstaltung des Projekt Ikarus Dresden

Obwohl viele selbst oder durch Freunde/Bekannte schon in Kontakt zur Institution Psychiatrie stehen und die Zahl der Betroffenen wächst, ist der Umgang dominiert von Unsicherheiten und Voruteilen gegenüber psychisch "kranken" Menschen, das Thema selbst wird in den Bereich des persönlichen gedrängt und heute selten im Zusammenhang mit Gesellschafts- und Kapitalismuskritik gesehen.

Die ursprünglich aus der Linken formulierte Kritik an der am Rand der Gesellschaft operierenden Institution Psychiatrie ist mit dem Beginn der Psychiatriereformation in den 70er Jahren zum erliegen gekommen. Die Neue Antipsychiatrische Bewegung besteht aus Psychiatriebetroffenen und nicht mehr aus ProfessorenInnen oder PsychiaterInnen. Wie bei einigen anderen der aus der Außerparlamentarischen Opposition hervorgegangenen, partikular arbeitenden Gruppen wurde auch in der Antipsychiatrischen Bewegung vergessen, sich in Bezug zu Kapitalismusanalyse zu setzen.

Im Vortrag sollen die Theorien der Antipsychiatrie einführend vorgestellt werden. Wichtige Theoretiker, wie Cooper, Laing und Basaglia werden mit ihren Theorien besprochen und der der Psychiatrie innewohnende Bezug zum Kapitalismus aufgedeckt. Aktuelle Antipsychiatrische Institutionen und Bewegungen werden erwähnt. Ziel soll das Aufzeigen von Anknüpfungspunkten der Antipsychiatrie zur radikalen Linken sein.

Der Referent arbeitet im Kriseninterventionsprojekt Weglaufhaus und im AK Psychiatriekritik der Naturjugendfreunde Berlin.

Ein Abend der konkreten Utopien

am So, 08.07.2012, um 19:00 Uhr

Lesung und Diskussion mit Raul Zelik und seinem zuletzt erschienen Sachbuch: "Nach dem Kapitalismus. Perspektiven der Emanzipation oder: Das Projekt Communismus anders denken", präsentiert von Buchladen König-Kurt & kosmotique

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Denn wir wissen eigentlich nur: „Der Sozialismus ist das, was er nicht ist: Die Differenz zu anderen Begriffen. Er kann sein, was er noch nicht war, und kann – hier ist der programmatische Unterschied zu Frühsozialismus und Utopismus begründet – doch nur werden, was im Existierenden bereits angelegt ist. Eine andere Gesellschaft entsteht aus der Flucht vor / der Differenz zu anderen Gesellschaftsformationen – und ist genau deshalb konkret: Sie geht nicht aus utopischen Blaupausen hervor, sondern aus den sozialen Praxen von vielen, die das Neue im Bestehenden vorwegnehmen.“ (Raul Zelik) - Und darüber sollten wir sprechen / nicht schweigen.

Zum Inhalt des Buches:

Dass die Krise der vergangenen Jahre nicht allein mit der Finanzwelt zu tun hat, ist zumindest in der Linken ein Gemeinplatz. Nicht nur der neoliberale Finanzkapitalismus, sondern auch die Politikform "bürgerliche Demokratie", die herrschenden Entwicklungs- und Konsummuster und das auf Erdöl beruhende Energiemodell stehen heute in Frage. Linke Kritik kann diese Systemkrise zwar beschreiben, liefert aber bislang wenig Vorschläge, wie sich ein emanzipatorisches Gegenprojekt entwickeln könnte.

Auf der Grundlage aktueller Debattenbeiträge skizziert Raul Zelik mögliche Ansätze radikaler Veränderung. Aus der Kritik von Realsozialismus und lateinamerikanischen Linksregierungen leitet er Grundlagen für gesellschaftliche Gegenentwürfe ab und plädiert für einen Paradigmenwechsel. Dabei wird u.a. die Produktivität der französischen Philosophen Gilles Deleuze und Félix Guattari für eine soziale und politische Linke ausgelotet. ... (mehr Details)

Zum Autor:

Raul Zelik, Dr.phil., ist Schriftsteller und Professor für Politik an der Universidad Nacional de Colombia in Medellín (Fakultät für Geistes- und Wirtschaftswissenschaften). Er forscht zur Entregelung von Staatlichkeit und zu den Transformationsprozessen in Südamerika.

Sexismuskritische Praxis im Diskurs

am Do, 05.07.2012, um 18:00 Uhr

Diskussionsveranstaltung, von und mit e*vibes// e*space

Können Räume emanzipatorisch wirken? Wie ist Sensibilisierung für Diskriminierung und Unterdrückung möglich? Wer ist eigentlich "betroffen" von was? Was heißt "Awareness" oder "Unterstützungsarbeit"? Was bedeutet Definitionsmacht, was Empowerment? Sind ("Schutz"-)Konzepte für Räume oder Veranstaltungen sinnvoll und wie können diese aussehen? Inwiefern müssen "Betroffene" "geschützt" werden – oder werden hier eigenständige Subjekte bevormundet? Welche Wirkung haben Begriffe wie "Opfer" oder "Täter*in", "betroffene" oder "verletzende"?

Der Themenabend läd dazu ein, sich mit diesen und ähnlichen Fragen auseinanderzusetzen. Nach einer kurzen Einführung wollen wir uns mit konkreten Beispielen für sexismuskritische Sensibilisierung beschäftigen. Hierzu werden wir u.a. das Schutzkonzept des "eh! – 2,7 emanzipatorische Tage" im Gepäck haben. Der Plan ist, sich von Konkretem ausgehend zu grundsätzlicheren Fragen vorzutasten. Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion!

- offen für alle gender -

Im Namen von Volk und Nation - Die historische Entwicklung des Rechtsterrorismus in Deutschland

am Fr, 15.06.2012, um 20:00 Uhr

Vortrag mit Prof. Dr. Fabian Virchow (FH Düsseldorf), eine Veranstaltung des ART Dresden

Im November 2011 wurde die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) publik. Seitdem ist rechter Terror in aller Munde. Übersehen wird dabei oftmals, dass neonazistische Attentate und Mordanschläge nicht erst seit Ende der 90er stattfinden, sondern dass hier eine Kontinuität seit Gründung der BRD besteht. Genauso kontinuierlich wie Neonazis mordeten, sprengten- kurzum terrorisierten - genauso kontinuierlich waren und sind verschiedene (Ermittlungs-) Behörden an der mangelhaften bzw. (Nicht-)aufklärung beteiligt.

Der Vortrag wird die Entwicklung des Rechtsterrorismus in Deutschland nachzeichnen, aufzeigen wie gesellschaftlich und politisch damit umgegangen wurde. Und er wird Parallelen ziehen zu den Terrorakten des NSU. Dabei wird auch eingegangen auf die Rolle sächsischer Behörden und Gegebenheiten, die mindestens ihr Quäntchen beisteuerten, dazu dass der NSU so lange unentdeckt blieb.

Der Referent Prof. Dr. Fabian Virchow promovierte über militärhistorische Konzepte der Extremen Rechten und ist ausgewiesener Experte für Neonazismus in Deutschland. Er unterichtet Politikwissenschaften an der FH Düsseldorf und ist Leiter des dortigen Forschungsschwerpunktes Rechtsextremismus/Neonazismus. Zudem ist er angefragt als Sachverständiger im NSU-Untersuchungsausschuss des Sächs. Landtags.

10 days to empower youth in bosnia

am Fr, 11.05.2012 um 20:00 Uhr

Text (experimentell) und Photos (more less) by Michael G. Schroeder., ein subjektiver Reisebericht in das balkanische Herz, mit freundlicher Unterstützung der Europäischen Kommission

I feel like dancing! FRAME 2

am Di, 08.05.2012 um 20:30 Uhr

"The Kneipenquiz, ein alter Hut!" präsentiert von Radiokollektiv Volume Mascara Murmansk RVMM, zum Tag der Befreiung

67 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus wollen gefeiert sein. RVMM befreit Euch an diesem Tag vom unnützen Wissen und feiert mit den Fragen aller Fragen pop(kulturell)- Befreiung. Was ist links, oder auch nicht? Wie geht antifaschistische Praxis, und wollen wir die? Wo sind die Grenzen der Aufklärung oder ist Elvis wirklich tot? Um Wodka um Wodka oder Fame & Glory abzuräumen braucht Ihr nur drei linke Köpfe im Team, die sich in acht Runden den Fragen stellen. Schnappszahl und Befreiung united bis die Rote Armee kommt!

Anmeldung Eurer Teams bitte unter: rvmm(at)coloradio.org

Die reguläre Öffnungszeit entfällt an diesem Tag.

Die Arbeit nieder! Luxus für alle! Eine Kritik des Arbeitsfetischismus

am Sa, 21.04.2012 um 20.00 Uhr

Lesung von Stephan Grigat

Audio download (mp3, 90.5 MB) Audio stream (m3u playlist)

Der Papst verkündet, die Arbeit trage dazu bei, „Gott und den anderen näher zu sein.“ Bei der NPD firmiert „Arbeit“ noch vor „Familie“ und „Vaterland“ und linke Gruppen drohen ihren Gegnern in ihren abgehalfterten Demosprüchen an, sie „in die Produktion“ zu schicken und klammern sich an die Sklavenparole „Die Arbeit hoch!“. Statt für die Bedingungen der Möglichkeit individueller Freiheit und gesellschaftlicher Autonomie zu streiten, für eine Art produktiven Müßiggang, sucht man in der Schinderei der Arbeit Erfüllung – und findet sie womöglich auch noch.

Schon Hitler proklamierte in „Mein Kampf“ „den Sieg des Gedankens der schaffenden Arbeit, die selbst ewig antisemitisch war und antisemitisch sein wird.“ Diese Ideologie setzte sich fort bis in die Toraufschriften der nationalsozialistischen der Vernichtungslager. In der Huldigung des Prinzips der Arbeit finden rechts und links, sozialdemokratischer Etatismus und liberaler Verwertungswahn zueinander. Ob linke Globalisierungsgegner, christliche Sozialethiker oder faschistische Produktivitätsfanatiker: Helfershelfer bei der Rettung der Arbeit soll der Staat sein, der den zügellosen, nicht dingfest zu machenden Marktkräften den Betrug an der „ehrlichen Arbeit“ verunmöglichen soll: Kein Arbeitsfetischismus ohne Staatsfetischismus.

Wir haben Stephan Grigat aus Wien zu Gast. Er ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien und engagiert sich bei Café Critique . Er ist Autor von „Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus“ (ça ira 2007) sowie Herausgeber von „Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus“ (ça ira 2006).