Streaming - ABORTION ACROSS BORDERS – ABORTION WITHOUT BORDERS - Internationales Podium zu transnationalen Abtreibungsreisen und zu grenzenloser Solidarität

***english below*** Gemeinsames Stream-Schauen in der Kosmotique: Von Irland nach Großbritannien, von Polen nach Deutschland, von Brasilien nach Argentinien, von den USA nach Mexiko. Das Netz, das entsteht, ist vielfältig und es zeigt: Ungewollt Schwangere sind weltweit aus unterschiedlichsten Gründen gezwungen, für einen Schwangerschaftsabbruch über Landesgrenzen zu reisen.
Während sich die Situation ungewollt Schwangerer in Ländern wie Argentinien, Irland oder Südkorea in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, gibt es viele andere Länder, in denen sich der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen massiv verschlechtert hat. Zwei Bespiele: Polen hat seit 2020 eines der restriktivsten Abtreibungsgesetze in Europa. Ein legaler Schwangerschaftsabbruch ist nahezu unmöglich, was dazu führt, dass ungewollt Schwangere nach Deutschland reisen müssen, um die Schwangerschaft abbrechen zu lassen.
In den USA wurde im Juni 2022 das bekannte Urteil Roe versus Wade von 1973 durch den Obersten Gerichtshof der USA aufgehoben. Das bisher grundsätzliche Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch wurde damit für ungültig erklärt. Die einzelnen Bundesstaaten haben nun die Macht, Schwangerschaftsabbrüche zu erlauben, sie einzuschränken oder zu verbieten. Was befürchtet wurde, geschah binnen weniger Stunden nach dem Urteil: Dutzende Bundesstaaten haben Schwangerschaftsabbrüche verboten bzw. die die rechtliche Situation stark eingeschränkt, weitere Bundesstaaten werden folgen.
Die erzwungenen Reisen beginnen nun auch hier: Ungewollt Schwangere fahren für einen Schwangerschaftsabbruch nach Mexiko. Eine doppelte Kehrtwende der Gesetzgebung: Vor dem Erfolg der „Grünen Flut“ (La Marea Verde) in Mexiko – eine soziale Bewegung, die die Legalisierung von Abtreibungen in Lateinamerika erkämpfte, – waren es Mexikaner:innen, die Unterstützung beim Wahrnehmen ihrer reproduktiven Rechte in den USA suchen mussten.
Das Wahrnehmen reproduktiver Rechte und der Kampf für reproduktive Gerechtigkeit passiert über nationalstaatliche Grenzen hinweg. Das Recht auf Abtreibung ist ein existenzielles und die Unterstützung über Landesgrenzen hinweg ist unabdingbar.
Das international besetzte Podium aus Silvia De Zordo (Spanien), Krystyna Kacpura (Polen) und Steph Black (USA) nimmt die verschiedensten globalen Verknüpfungen des transnationalen Arbtreibunsreisens in den Blick. Es wird auch um die Angst vor Repressionen von Betroffenen und Unterstützer:innen gehen und um die Frage, was es braucht, um den Kampf für reproduktive Gerechtigkeit gemeinsam zu beginnen.

Mit:
Silvia De Zordo (PhD) - Universität Barcelona Das internationale Forschungsprojekt „Europe Abortion Access Project“ erforscht, warum Frauen aus europäischen Ländern mit relativ liberalen Abtreibungsgesetzen, wie z. B. Italien oder Frankreich, gezwungen sind, ins Ausland zu reisen, um einen Schwangerschaftsabbruch in Anspruch zu nehmen.

Krystyna Kacpura - Präsidentin von FEDERA – Foundation for Women and Family Planning. FEDERA setzt sich seit 1991 für reproduktive Gesundheit und Rechte ein und bietet ungewollt Schwangeren in Polen u.a. anwaltliche Unterstützung.

Steph Black - Abtreibungsstifterin, Abtreibungs-Doula, freiwillige Helferin in der Praxis und Mikwe-Führerin. Sie ist Feministin, Aktivistin und Autorin in Washington, D.C.

Moderation: Sara Dutch - Kollektiv KINOKAS Sara Dutch ist Filmemacherin und hat mit dem Kollektiv KINOKAS den Film „Wie wir wollen“ produziert. Es ist ein filmisches Portrait über 50 Menschen, die in Deutschland eine Schwangerschaft abgebrochen haben.

Das Gespräch findet auf Englisch statt. Wir schauen den Stream gemeinsam in der Kosmotique. Link zur digitalen Veranstaltung: https://youtu.be/AFmCGy0MMmo

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen Pro Choice Dresden und Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e. V.

Streaming: ABORTION ACROSS BORDERS – ABORTION WITHOUT BORDERS

International panel on transnational abortion travel and on borderless solidarity

From Ireland to Great Britain, from Poland to Germany, from Brazil to Argentina, from the USA to Mexico. The network that is emerging is diverse and it shows: unintentionally pregnant women around the world are forced to travel across national borders for abortion for a wide variety of reasons.
While the situation of unintentionally pregnant women in countries like Argentina, Ireland or South Korea has improved significantly in recent years, there are many other countries where access to abortion has massively deteriorated. Two examples: Poland has one of the most restrictive abortion laws in Europe since 2020. Legal abortion is nearly impossible, resulting in women having to travel to Germany to have their pregnancies terminated.
In the U.S., the well-known Roe versus Wade ruling of 1973 was overturned by the U.S. Supreme Court in June 2022. The previously fundamental right to abortion was thus declared invalid. Individual states now have the power to allow abortions, restrict or ban them. As a matter of fact dozens of states have immediately banned abortions or severely restricted the legal situation, with more states to follow.
Forced travel is now beginning here as well. Pregnant women travel to Mexico for abortions. A double reversal of legislation: before the success of the “Green Tide” (La Marea Verde) in Mexico – a social movement that fought for the legalization of abortion in Latin America – it was Mexicans who had to seek assistance in exercising their reproductive rights in the United States.
The exercise of reproductive rights and the struggle for reproductive justice happens across national borders. The right to abortion is an existential one and support across national borders is indispensable.
The international panel of Silvia De Zordo (Spain), Krystyna Kacpura (Poland) and Steph Black (USA) takes a look at the diverse global linkages of transnational abortion. The debate will also address the fear of repression of those affected and of supporters and will focus on what it takes to start the struggle for reproductive justice together.

With:
Silvia De Zordo (PhD) - University of Barcelona. The international research project “Europe Abortion Access Project” explores why women from European countries with relatively liberal abortion laws, such as Italy or France, are forced to travel abroad to seek abortion.

Krystyna Kacpura - President of FEDERA - Foundation for Women and Family Planning. FEDERA has been advocating for reproductive health and rights since 1991 and provides legal support to unintentionally pregnant women in Poland.

Steph Black - abortion founder, abortion doula, practice volunteer and mikvah leader. She is a feminist, activist and author in Washington, D.C.

Presentation: Sara Dutch - Kollektiv KINOKAS Sara Dutch is a filmmaker and co-producer ofthe film “Wie wir wollen” together with the collective KINOKAS. The documentary portraits 50 people who terminated a pregnancy in Germany.

The conversation will take place in English. We’ll watch the stream together at Kosmotique. Link to the digital event: https://youtu.be/AFmCGy0MMmo

The event is a cooperation between Pro Choice Dresden and Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e. V.